Wenn der Sommer näher rückt, denken viele an Strandurlaub. Und Strand bedeutet Sonne. Doch gerade die Sonne verlangt Aufmerksamkeit, wenn Sie Ihre Haut schützen wollen, denn eine übermäßige UV-Exposition kann langfristig Hautkrebs begünstigen. Das sind natürlich extreme Fälle, doch sie nehmen leider zu, weshalb Vorbeugung wichtig ist.

Versuchen wir zu verstehen, wie die Haut auf Sonne reagiert. In der Haut reagieren bestimmte Zellen, die Melanozyten, auf Sonnenlicht und genauer auf ultraviolette Strahlung, indem sie einen farbigen Stoff freisetzen: Melanin. Dieser Stoff ist für die mehr oder weniger schnelle Pigmentierung der Haut verantwortlich. Auf Seiten der Sonne sind zwei UV-Strahlungsarten besonders wichtig.

UVA-Strahlen wirken schnell auf die Hautfärbung – sie sorgen für die Bräune, die schon am Abend sichtbar ist – und sind teilweise an Hautallergien und Hautalterung beteiligt. UVB-Strahlen wirken langsamer auf die Bräunung; sie sind die Hauptverantwortlichen für den sogenannten Sonnenbrand. Außerdem verändern sie die DNA und können langfristig Hautkrebs verursachen.

Drei junge Frauen mit unterschiedlichen Hauttönen und Phototypen sitzen gemeinsam in einem schattigen Garten

Die Reaktion der Haut auf Sonne ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt vom Hauttyp ab, also von der Verteilung des Melanins. Es gibt mehrere Hauttypen, die wie folgt eingeteilt werden.

Typ I, auch keltischer Typ: Die Haut ist sehr hell, ebenso die Augen (oft blau) und die Haare (oft rot). Menschen mit Typ-I-Haut können praktisch nicht bräunen und bekommen immer einen Sonnenbrand. Melanin ist nur wenig vorhanden und lässt UVA- und UVB-Strahlen durch.

Typ II, auch nordischer Typ: Die Haut ist hell (eventuell mit Sommersprossen), ebenso die Haare (eher blond oder braun) und die Augen. Typ-II-Haut bräunt leicht und bekommt oft einen Sonnenbrand.

Typ III, auch kaukasischer Typ: Die Haut ist normal bis dunkel, Haare und Augen sind braun. Typ-III-Haut bräunt allmählich, ohne starken Sonnenbrand.

Typ IV, auch mediterraner Typ: Haut, Haare und Augen sind dunkel. Typ-IV-Haut bräunt stark und tief und bekommt selten einen Sonnenbrand.

Es gibt außerdem die Hauttypen V und VI, auch als braune und schwarze Hauttypen bezeichnet. Sie sind widerstandsfähiger gegen Sonne, aber nicht immun und können ebenfalls einen Sonnenbrand bekommen. Bei ihnen ist das Melanin sehr dunkel und konzentriert und lässt nur sehr wenig UVA- und UVB-Strahlen durch. Hautkrebs wird bei ihnen oft später diagnostiziert, weil Läsionen weniger sichtbar sind.

Frau sitzt im Mittagslicht, scharfer Schatten einer Mauer auf ihrem Arm und ihrem weißen Hemd

Melanin verändert sich mit dem Hauttyp allmählich: Es wird zunehmend dunkler und lässt immer weniger ultraviolette Strahlung durch. Anders gesagt: Die Tönung Ihrer Bräune verrät bereits viel über Ihre Sonnenempfindlichkeit. Zu jedem Hauttyp gehört daher eine besondere Vorsicht: Je heller die Haut, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. In der Praxis wählt man einen passenden LSF, trägt ihn in ausreichender Menge auf und erneuert das Auftragen, um Sonnenbrand und Verbrennungen zu vermeiden.

Detail eines Unterarms mit brauner Haut in durch Blätter gefiltertem Licht, sichtbare Hautstruktur

Ein Wort zur Praxis, dazu, was dieser Index wirklich leistet. Ein LSF 30 filtert etwa 97 % der UVB-Strahlen, ein LSF 50 etwa 98 %. Der Unterschied erscheint auf dem Papier gering; er zählt an einem ganzen Tag in der Sonne. In Europa sehen die Empfehlungen außerdem einen UVA-Schutz von mindestens einem Drittel des LSF vor, oft gekennzeichnet durch das umrandete UVA-Siegel.

Tube einer mineralischen Sonnencreme ohne Marke und Dosierlöffel auf beigem Tuch, bei natürlichem Licht

Welche Haut Sie auch haben, tragen Sie bei Sonnenexposition regelmäßig Sonnencreme auf, und zwar auch dann, wenn Sie vor dem Urlaub eine Kur mit Nahrungsergänzungsmitteln reich an Pigmenten und Antioxidanzien gemacht haben: Auch wenn sie die Haut auf die Sonne vorbereiten, sind sie keinesfalls ein Schutzschild oder ein Sonnenschirm. Und seien Sie vorsichtig bei Nahrungsergänzungsmitteln, die als „Sonnenvorbereitung“ beworben werden: Gesundheitsbehörden weisen darauf hin, dass sie keinesfalls einen Sonnenschutz ersetzen.

Junge Frau richtet das Band eines breitkrempigen Strohhuts, Sonnenbrille und bedeckendes Hemd

Bedeckende Kleidung ist oft wirksamer als eine schlecht aufgetragene Creme – Hut, Sonnenbrille und T-Shirt erledigen einen guten Teil der Arbeit. Für die Vorbereitung Ihrer Haut setzen Sie auf einfache Maßnahmen: Feuchtigkeit spenden, die heißesten Stunden meiden, Creme in ausreichender Menge verteilen und alle zwei Stunden erneut auftragen, auch unter bedecktem Himmel. Wenn Sie unsicher sind, welcher Hauttyp auf Sie zutrifft, oder wenn sich eine Hautstelle in ihrem Aussehen verändert, sprechen Sie mit einer medizinischen Fachkraft oder Ihrer Dermatologin bzw. Ihrem Dermatologen: Sie können Sie am besten beraten.

Budget

Bei Sonnencreme können Sie für eine 50-ml-Flasche mit LSF 50 im Supermarkt oder in der Drogerie mit etwa 8 bis 15 € rechnen, für ein Pflegeprodukt aus der Apotheke oder Parfümerie mit leichterem Finish eher mit 20 bis 35 €. Die Preise steigen mit der Textur (flüssige Gesichtspflege, Kinderformat) und wasserfesten Formeln; Familienpackungen mit 200 ml liegen häufig bei etwa 20 bis 30 €. Für UV-Schutzkleidung sollten Sie je nach Marke und Bedeckung 25 bis 60 € einplanen. Hut und Sonnenbrille bleiben die lohnendste Anschaffung im Sonnenschutz-Set.

Quellen