Die Tage werden länger, die Terrassen füllen sich, und die Lust, sich auf ein Handtuch zu legen, ist schnell wieder da. Verständlich. Nur: Ihre Haut führt Buch. Jede Exposition zieht von einem Kapital ab, das sich nie wieder auflädt, und die schöne Bräune, auf die Sie warten, ist nichts anderes als eine Abwehrreaktion. Statt also einfach abzuwarten, kommen Sie besser vorbereitet in die Sonne. Die gute Nachricht: Die Vorbereitung besteht aus wenigen Handgriffen – wenn Sie sie in die richtige Reihenfolge bringen.
Was wir wissen – und was noch nicht
Was feststeht: Ultraviolette Strahlung ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als eindeutig krebserregend eingestuft. UVB-Strahlen greifen die Oberfläche an und verursachen Sonnenbrand; UVA-Strahlen dringen tiefer ein, schädigen die Fasern, die die Dermis stützen, und tragen zum Hautkrebsrisiko bei. Ein Sonnenbrand in Kindheit oder Jugend wiegt bei diesem Risiko besonders schwer.
Was wir noch nicht wissen: warum manche Haut schon nach zwanzig Minuten rot wird, während andere stundenlang durchhält. Man unterscheidet mehrere Phototypen, vom hellsten bis zum dunkelsten, je nach Melanin und seiner Fähigkeit, UV-Strahlen zu filtern. Dunklere Haut hält besser stand – das stimmt –, ist aber nie geschützt.

Creme, Präparate, Ernährung: Was kann was?
Die sogenannten „Sonnenvorbereitungs-Präparate“ mit Beta-Carotin waren lange beliebt. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass sie nicht wirklich vor Sonnenbrand schützen, und die französische Lebensmittelsicherheitsbehörde ANSES mahnt zur Vorsicht – besonders bei Rauchern und ehemaligen Rauchern, bei denen hohe Zufuhren mit einem zusätzlichen Lungenkrebsrisiko verbunden wurden. Sie denken über eine Kur nach? Sprechen Sie vorher mit medizinischem Fachpersonal.

Auf dem Teller gibt es kein Anti-UV-Rezept. Ein paar Gewohnheiten sind trotzdem sinnvoll: täglich buntes Obst und Gemüse und ein Schuss Raps- oder Walnussöl im Dressing für die Omega-3-Fettsäuren. Leinöl ist besonders reich daran, oxidiert aber schnell – kühl lagern und zügig verbrauchen. Ausreichend zu trinken bleibt wichtig, verhindert aber keine Rötung.
Die Handgriffe, die den Unterschied machen
Sie tragen einen hohen Sonnenschutz auf: LSF 50 bei den ersten Aufenthalten in der Sonne, nie weniger als 30, mit einem UVA-Schutz von mindestens einem Drittel des UVB-Schutzes – erkennbar am UVA-Zeichen im Kreis auf der Flasche.


Die Menge zählt mehr als der LSF. Oft wird drei- bis viermal weniger aufgetragen als die im Labor getestete Menge. Rechnen Sie mit etwa 30 ml für den Körper, alle zwei Stunden erneuern, nach dem Baden und nach dem Schwitzen.
Zwischen 11 und 16 Uhr suchen Sie den Schatten. Textilien schützen sehr gut: T-Shirt, breitkrempiger Hut, Sonnenbrille der Kategorie 3 mit CE-Kennzeichnung. Und Kinder unter drei Jahren sollten gar nicht direkt in die Sonne.
Einige Medikamente machen die Haut lichtempfindlich: bestimmte Antibiotika, entzündungshemmende Mittel, Aknebehandlungen, Johanniskraut. Ein Reflex genügt: Lassen Sie sich vor dem Sommer in der Apotheke beraten. Und Solarien sollten Sie vergessen: Künstliche Bräune bereitet die Haut nicht vor, sie schädigt sie.
Sonnencreme bewusster auswählen
Ein Produkt mit COSMOS ORGANIC- oder Ecocert-Siegel garantiert einen Mindestanteil an Bio-Inhaltsstoffen und regelt bestimmte synthetische Filter – aber nicht die Wirksamkeit. Prüfen Sie immer den LSF und den UVA-Schutz von mindestens einem Drittel des UVB-Schutzes. Formeln mit mineralischen Filtern (Zinkoxid, Titandioxid) gibt es oft in Kartontuben oder Nachfüllflaschen; dafür ist die Textur reichhaltiger und hinterlässt manchmal einen weißlichen Schleier. Wichtig: Titandioxid in Pulverform gilt beim Einatmen als krebserzeugend, deshalb ist Vorsicht bei Sprays geboten – besser Creme und Lotion verwenden. Und eine geöffnete Tube hält sechs bis zwölf Monate: Notieren Sie das Datum, und ersetzen Sie sie, sobald sich Geruch oder Textur verändern.

Budget
Die Preise variieren je nach Format, LSF, Filtertyp und Verkaufsstelle.
Für eine Lotion oder Creme mit LSF 50 rechnen Sie mit etwa 8 bis 20 € pro 50-ml-Flasche im Supermarkt, in der Drogerie, in der Apotheke oder online; für die große 200-ml-Packung mit 15 bis 30 €. Eine Formel mit mineralischen Filtern von einer bio-zertifizierten Marke liegt eher bei 15 bis 35 € pro Flasche – die reichhaltigere Textur und der weißliche Schleier sind der Kompromiss.
Für eine sogenannte „Sonnen-Nahrungsergänzung“ rechnen Sie mit 10 bis 30 € für eine einmonatige Kur in der Apotheke; sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Und für Sonnenbrillen der Kategorie 3 mit CE-Kennzeichnung zahlen Sie ab etwa 15 € im Supermarkt bis über 100 € beim Optiker: Der Schutz hängt vom Filter ab, nicht vom Preis.
Was die Rechnung nach oben treibt: der LSF und die UVA-Kennzeichnung, das Format, zertifizierte Inhaltsstoffe und der Verkaufskanal (Apotheke, Bio-Laden, Onlinehandel).
Quellen
- Santé publique France — Dossier „Sonne und UV“ und Präventionskampagnen.
- Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC/WHO) — Monografie zu ultravioletter Strahlung, eingestuft als Karzinogen der Gruppe 1.
- ANSES (französische Agentur für Lebensmittel-, Umwelt- und Arbeitssicherheit) — Stellungnahmen und Empfehlungen zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Beta-Carotin.
- EFSA — Bewertungen von Gesundheitsaussagen zu Beta-Carotin und Hautschutz (in der Europäischen Union nicht zugelassen).
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel — Kennzeichnung des UVA-Schutzes.
- Institut national du cancer (INCa, Frankreich) — Prävention von Hautkrebs.





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