Trockenes oder fettiges Haar, eine gereizte Kopfhaut, Haarausfall, Spliss – ja, Haare sind ein Dauerthema, und bestimmte Fragen tauchen immer wieder auf. Also sorgt man sich, diskutiert, pickt sich hier und da einen Tipp heraus, ohne je sicher zu sein, ob man wirklich die richtigen Handgriffe macht – und auf den einen oder anderen Ratschlag oder Mythos könnte man sowieso gut verzichten. Hier also ein paar Infos, wie Sie Ihr Haar passend zu seinem Zustand pflegen – ob saisonal bedingt oder dauerhaft – und wie Sie Kopfhaut und Haar besser verstehen.

Meine Kopfhaut juckt.

Ein Juckreiz, manchmal begleitet von Schuppen – selbst kurz nach dem Haarewaschen – und in manchen Fällen Rötungen, ist das Zeichen einer gestressten, strapazierten Kopfhaut. Die Ursachen können vielfältig sein: an erster Stelle zu nennen sind starke Müdigkeit, eine mangelhafte Ernährung, ungeeignete Pflegeprodukte, Umweltverschmutzung …

Um etwas dagegen zu tun, greifen Sie zunächst zu einer beruhigenden Haarpflege, die direkt auf die Kopfhaut wirkt. Einige spezialisierte Marken bieten so etwas an, zum Beispiel Davines und Furterer.

Geben Sie Ihren Haaren außerdem eine Weile Pause: Verzichten Sie aufs Föhnen – die Hitze des Föhns reizt die Kopfhaut – und übertreiben Sie es nicht mit Colorationen, Blondierungen und Ähnlichem.

Vergessen Sie auch nicht: Ausgewogene Ernährung und gesundes Haar gehören zusammen. Manche Lebensmittel tun der Haarfaser besonders gut: tierische Proteine, die an der Bildung von Keratin beteiligt sind, Vitamin B, das reichlich in Bierhefe steckt (einfach über Salate, Suppen und Ähnliches streuen), und Zink, das in Meeresfrüchten und Leber reichlich vorhanden ist.

Wenn der Juckreiz allerdings anhält, sollten Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen. So lässt sich ausschließen, dass eine ganz andere Ursache dahintersteckt – eine Allergie, ein Ekzem, Schuppenflechte oder Ähnliches.

Kleine braune Flasche mit Nahrungsergänzung für Haar und Nägel, daneben Kapseln auf einem Holzregal
Nahrungsergänzungsmittel: besser mit medizinischem Fachpersonal abklären

Ich träume wohl – meine Haare werden dünner!?!

Auch die Ausdünnung der Haarmasse kann verschiedene Ursachen haben.

Zunächst eine ganz natürliche: das Alter. Ja, mit den Jahren kann der Haardurchmesser abnehmen, wobei das Ausmaß von Person zu Person unterschiedlich ist. Es ist also völlig normal, wenn Sie mit 40 nicht mehr die Haarfülle Ihrer Zwanziger haben.

Gegen dieses Phänomen gibt es Produkte, die als Haar-Anti-Aging vermarktet werden. Sie allein können die Ausdünnung des Haares auf lange Sicht nicht aufhalten.

Denken Sie außerdem daran, Ihre Haare im Alltag zu schützen: Gepflegtes Haar dankt es Ihnen über die Jahre. Nehmen Sie sich also an, die Kopfhaut regelmäßig mit den Fingern zu massieren, zum Beispiel vor dem Haarewaschen: Massieren kann entspannen und ein Wohlgefühl vermitteln. Schützen Sie Ihre Haare auch vor bestimmten Belastungen, die keine Gnade kennen – die Sonne gehört dazu. In kleinen Dosen hat sie durchaus ihre guten Seiten für die Haut am Körper wie auf der Kopfhaut; zu viel davon schwächt jedoch Haut und Haarwurzel, und dann droht Haarausfall. Denken Sie also an Hut und ein Sonnenschutz-Spray fürs Haar.

Meiden Sie Zigarettenrauch, investieren Sie in eine Pflegecreme, die Sie regelmäßig in Längen und Spitzen einarbeiten, und achten Sie – auch hier – auf eine gute Ernährung! Ein Eisenmangel kann mit Haarausfall zusammenhängen; bei Zweifeln ärztlichen Rat einholen.

Kleine braune Flasche mit Nahrungsergänzung für Haar und Nägel, daneben Kapseln auf einem Holzregal
Keratin und Vitamine – Verbündete einer langfristig gedachten Haarpflege

Auch wichtig: Vitamin C hilft dem Körper, Eisen aufzunehmen – kombinieren Sie also diese beiden wesentlichen Bausteine!

Lassen sich Splissenden einfach wegzaubern?

Entgegen dem, was manche Werbung suggeriert: Ist das Haar einmal gespalten, lässt es sich nicht mehr reparieren. Die einzige Lösung ist der Schnitt.

Pflegeprodukte, Haaröle, Sprays und Ähnliches können bei regelmäßiger Anwendung durchaus wirksam sein – aber um Spliss vorzubeugen, nicht um ihn verschwinden zu lassen. Wenn Ihnen Ihre Längen lieb sind, pflegen Sie sie also gut!

Wichtig zu wissen: Spliss muss nicht zwangsläufig an Föhnfrisuren, Colorationen, Glätteisen und anderen Strapazen liegen – manche Frauen bekommen Spliss, sobald ihr Haar eine bestimmte Länge erreicht, ohne es besonders häufig zu manipulieren. Wie widerstandsfähig ein Haar ist, hängt von seiner Qualität ab, und wir sind nicht alle gleich.

Haarpflege-Tipps für die Kopfhaut

Und noch etwas zum Schluss: Entgegen einem verbreiteten Irrtum macht das Schneiden die Haare nicht kräftiger und lässt sie nicht schneller wachsen – Haare sind keine Pflanzen, sie wachsen an der Wurzel. Trotzdem: Ein kleiner Schnitt alle zwei bis drei Monate, um die Spitzen anzugleichen, Spliss loszuwerden und die Frisur aufzufrischen, kann nicht schaden.

Täglich Haarewaschen bei fettigem Haar – ja oder nein?

Über angeblich zu häufiges Haarewaschen wurden schon alle möglichen Gerüchte verbreitet, aber Tatsache ist: Eine fettige Kopfhaut ist zum einen nicht schön anzusehen (mit glänzenden Haaren zur Arbeit? Kaum vorstellbar) und braucht zum anderen regelmäßige Pflege: häufige, milde Haarwäschen können helfen, den Talgüberschuss und das Unbehagen der Kopfhaut zu begrenzen.

Das Wichtigste ist ein passendes Shampoo, also ein sehr mildes, damit es die Kopfhaut nicht angreift. Ein sogenanntes Behandlungsshampoo kann ausprobiert werden, um die Waschabstände zu verlängern, doch seine Wirkung auf die Talgproduktion ist nicht garantiert. Verwenden Sie es am besten nicht bei jeder Haarwäsche – sonst verliert es womöglich an Wirkung oder bewirkt bei zu häufiger Anwendung das Gegenteil.

Ideal ist es daher, ein mildes, neutrales Shampoo mit einem Behandlungsshampoo abzuwechseln – und auf die Wäsche zu verzichten, wenn Sie merken, dass Sie noch warten können.

Gut zu wissen: Aus Vorsicht sollten Sie starke Hitze bei fettiger oder gereizter Kopfhaut meiden.

Haarausfall – was mache ich jetzt?

Wir verlieren alle täglich einige Haare: Als normal gilt ein Haarverlust von bis zu 100 Haaren am Tag. Es gibt jedoch Phasen, in denen deutlich mehr ausfällt – häufig ist das etwa im Herbst der Fall. Wenn man dann vom Kissen über das Waschbecken bis zur Bürste und zum Pullover überall Haare findet, wird man irgendwann unruhig und fragt sich, wie viel am Ende des Winters wohl übrig bleibt!

Manche greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, doch ihr Nutzen hängt von möglichen Mangelzuständen ab und sollte mit medizinischem Fachpersonal besprochen werden.

Wenn der Haarausfall allerdings sehr ausgeprägt ist und anhält, ist es besser, Ihre Dermatologin oder Ihren Dermatologen beziehungsweise die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen: Stress, Mangelernährung, Schwangerschaft … können Ursachen für einen „anormalen“ Haarausfall sein.

Meine Coloration verliert viel zu schnell an Glanz!

Ihre Friseurin oder Ihr Friseur hat es Ihnen sicher erklärt: Wie lange eine Coloration hält, hängt vor allem vom Zustand Ihrer Haare ab. Sind die Haare trocken und geschädigt, verblasst die Farbe sehr schnell und macht traurigem Haar Platz, manchmal sogar einer völlig verfälschten Farbe.

Um das zu vermeiden, ist das Beste nach wie vor eine regelmäßige und sorgfältige Pflege: Ölbad, Pflegespülung und Shampoo für coloriertes Haar. Denken Sie auch hier daran, Ihr Haar gut vor Sonne und Chlor zu schützen – nichts zerstört eine Coloration gründlicher!

Und noch ein Hinweis: Manche Friseure bieten pigmentierte Shampoos an, die sie selbst auf Ihre Coloration abstimmen – so zum Beispiel die Salons von Dessange. Diese Shampoos wenden Sie einmal pro Woche an, um die Farbe zu pflegen.

Ein Handgriff, der sich lohnt: zwei bis drei Minuten Kopfhautmassage mit den Fingerspitzen, auf trockenem Haar, vor dem Waschen. Kleine Kreise, ohne Druck, nicht so, als wollten Sie Schaum erzeugen – einfach, um die Kopfhaut zu entspannen. Davon wachsen die Haare nicht wie durch Zauberei nach, aber es kostet nichts und tut gut.

Budget

Zum Budget: Ein mildes oder Behandlungsshampoo aus der Parfümerie oder Apotheke liegt meist zwischen 10 und 30 €, je nach Format und Marke, wobei spezialisierte Produkte für die Kopfhautpflege (etwa von Furterer oder Davines) eher im oberen Bereich dieser Spanne liegen. Für eine beruhigende Pflege speziell für die Kopfhaut rechnen Sie mit 15 bis 35 €. Eine Kur mit Nahrungsergänzungsmitteln für Haar und Nägel kostet rund 20 bis 40 € pro Monat – je nach Dauer der Kur und Packungsgröße. Pigmentierte Shampoos aus dem Salon liegen oft über 20 €. Diese Spannen variieren von Anbieter zu Anbieter, je nach Aktion und Zusammensetzung: Am besten vergleichen Sie, bevor Sie zugreifen.