Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass „Beauty-Produkte“ nicht zwangsläufig eine Liste komplizierter, chemischer oder gar bedenklicher Inhaltsstoffe bedeuten müssen. Bücher und Artikel, die zeigen, wie man seine Pflege mit 100 % natürlichen Zutaten selbst herstellt, werden immer zahlreicher – zu unserem Vergnügen. Eine der absoluten Stars unter diesen natürlichen Inhaltsstoffen: ätherische Öle. Richtig eingesetzt sind sie angenehm in der Anwendung und ein wertvoller Bestandteil jeder Schönheitsroutine.

Für alle, die gern selbst Hand anlegen und sich ihre eigenen Beauty-Mixturen zusammenrühren, hier eine Auswahl ätherischer Öle, die sich durch ihre kosmetischen Eigenschaften besonders bewährt haben.

Ätherisches Karottensamenöl (Daucus carota). Wird vor allem im Gesicht verwendet, wo es traditionell für sein angenehmes Wohlgefühl und seinen holzigen Duft geschätzt wird. Der Duft ist recht kräftig und kann für manche unangenehm sein – im Mix verliert er sich allerdings.

Fläschchen mit ätherischem Lavendelöl und ein Lavendelzweig auf Leinen
Echter Lavendel: Gesicht, Körper, Kopfhaut – drei Einsatzbereiche

Ätherisches Öl der Römischen Kamille (Chamaemelum nobile). Wird traditionell eingesetzt, um Unbehagen zu lindern. Ideal für gereizte Haut, die spannt und kribbelt – besonders geeignet für empfindliche und trockene Haut. Der Duft ist sanft und angenehm.

Benzoeöl (Styrax benzoin). Wird traditionell bei jungen, zu fettiger Haut neigenden Hauttypen verwendet und eignet sich ebenso für trockene Haut. Geschätzt wird es für sein weichmachendes Gefühl und seinen süßen Duft – der uns nicht ungelegen kommt.

Ätherisches Lavendelöl (Lavandula angustifolia). Ein echtes Glück für unsere Schönheit – es verwöhnt nicht nur das Gesicht, sondern auch Haare und Körper! Dieses ätherische Öl trägt zum Gleichgewicht von Mischhaut bei, ergibt ein wunderbares Körperöl mit frischem Duft und wird traditionell in der Kopfhautpflege verwendet; die klinische Beweislage für einen Effekt auf das Haarwachstum bleibt jedoch unzureichend.

Tropfen ätherisches Zitronenöl fällt auf eine aufgeschnittene Zitrone
Zitrusöle: nie pur auf die Haut, immer stark verdünnt

Ätherisches Vetiveröl (Vetiveria zizanioides). Eher für fettige Haut gedacht, wird Vetiveröl traditionell als kosmetische Ergänzung verwendet; bei Akne sollten Sie besser ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen. Gemischt ergibt es eine bei den Herren beliebte Aftershave-Lotion – wegen des angenehmen Hautgefühls.

Ätherisches Rosenöl (Rosa centifolia). Ein Multitalent und für alle Hauttypen geeignet! Wird traditionell im Gesicht, aber auch am Körper verwendet – bei einer Massage oder als Pflege.

Ätherisches Grapefruitöl (Citrus grandis). Auch hier: passt hervorragend zu Gesicht, Körper und Haaren! Wird in der Kosmetik traditionell für seinen frischen Duft und sein Frischegefühl geschätzt.

Ätherisches Niaouliöl (Melaleuca quinquenervia). Wird in der Kosmetik traditionell bei Haut mit Neigung zu Fettigkeit verwendet. Bei Lippenherpes oder Akne fragen Sie bitte eine Ärztin, einen Arzt oder Ihre Apotheke um Rat: Ein ätherisches Öl behandelt diese Beschwerden nicht. Für die kosmetische Anwendung: Packungsbeilage beachten und verdünnen – nie pur auf eine geschädigte Hautstelle auftragen.

Ätherisches Lemongrasöl (Cymbopogon citratus). Verleiht dem Haar Glanz und Schönheit (ein bis zwei Tropfen ins Shampoo genügen); traditionell für seinen Duft verwendet und in sehr vorsichtiger Verdünnung – es ersetzt kein Antiseptikum. Achtung: Dieses ätherische Öl ist sehr stark und damit reizend. Es muss vorsichtig und stark verdünnt verwendet werden.

Ätherisches Zitronenöl (Citrus limon). Wird in der Kosmetik traditionell bei müder Haut, bei Haut mit Neigung zu Fettigkeit oder mit vergrößerten Poren verwendet, ebenso bei fettiger Kopfhaut; geschätzt für seinen frischen Duft. Nur verdünnt anwenden und danach die Haut nicht der Sonne aussetzen – Zitrussessenzen sind phototoxisch.

Pflanzliches Öl wird aus einem Glasfläschchen in eine kleine Schale gegossen
Pflanzliches Trägeröl – die ideale Basis zum Verdünnen ätherischer Öle

Ätherisches Petitgrainöl (Citrus aurantium). Perfekt für die Pflege von Gesicht und Haaren; Petitgrainöl wird traditionell für seinen sanften Duft verwendet und eignet sich für alle Hauttypen. Auch bei trockenem und strapaziertem Haar beliebt!

Achtung! Man kann es nicht oft genug sagen: Ätherische Öle sind pflanzlichen Ursprungs, doch „natürlich“ garantiert weder Reinheit noch Unbedenklichkeit – sie müssen mit Vorsicht verwendet werden.

  • Grundsätzlich nicht pur, sondern verdünnt anwenden – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Bei Unsicherheit fragen Sie einen Profi! Bestimmte ätherische Öle sind besonders hautreizend, etwa Lemongras und die übrigen Essenzen aus Zitrusschalen: Diese müssen stark verdünnt und dürfen nie pur verwendet werden.
  • Prüfen Sie vor jeder Anwendung, ob Sie das ätherische Öl vertragen: Verdünnen Sie einen Tropfen in ein paar Tropfen eines neutralen Trägeröls, tragen Sie es am Handgelenk auf und warten Sie einige Stunden. Bei Brennen oder Kribbeln, bei Rötungen sofort mit Wasser abwaschen – vermutlich eine Allergie.
  • Kontakt mit den Augen unbedingt vermeiden!
  • Ätherische Öle sind für Schwangere nicht empfehlenswert, manche sogar ausdrücklich kontraindiziert. Wenn Sie schwanger sind, warten Sie besser bis nach der Schwangerschaft – und wenn Sie stillen möchten, auch bis nach der Stillzeit.
  • Lagern Sie Ihre ätherischen Öle licht- und hitzegeschützt sowie außerhalb der Reichweite von Kindern! Ebenso dürfen sie nicht bei Babys oder Kindern angewendet werden.
  • Für die äußere Anwendung (Haut, Haare) idealerweise in ein pflanzliches Öl, eine neutrale Waschbasis oder einen geeigneten Dispergator einarbeiten; niemals pur ins Badewasser tropfen. Lesen Sie immer die Packungsbeilage. Für die innerliche Anwendung (Einnahme) fragen Sie immer einen Profi.
  • Achten Sie auch auf die Auswahl Ihrer ätherischen Öle: Der Markt boomt, und mit ihm schlechte Qualität! Das Wort „natürlich“ auf dem Fläschchen bedeutet keinesfalls, dass das Öl gut ist. Besser in Fachgeschäften oder in der Apotheke kaufen. Bevorzugen Sie Bio-Öle – wobei wild gesammelte Pflanzen unter Bedingungen bio-zertifiziert sein können: Prüfen Sie Zertifizierung und Herkunft. Und Vorsicht bei verdächtig niedrigen Preisen, auch wenn sie verlockend sind!
Junge Frau verschließt ein selbst gemachtes Beauty-Öl
Die Mixtur ist fertig – eine selbst gemachte Pflege, bereit fürs Regal
Goldenes Pflanzenöl wird aus einer Glasflasche in eine kleine Schale gegossen
Flüssiges Gold: reines Pflanzenöl als Grundlage für eigene Pflegemischungen
Mehrere Glasfläschchen mit ätherischen Ölen zwischen getrockneten Kräutern
Ätherische Öle für die Schönheit: sanft, wirksam und vielseitig einsetzbar

Heute fast allen bekannt, sind ätherische Öle in vielen Produkten enthalten und werden sowohl von erfahrenen als auch von neugierigen Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend verwendet. Häufig kommen sie in der Aromatherapie zum Einsatz, also mit therapeutischer Absicht – aber wussten Sie, dass bestimmte ätherische Öle auch in der Kosmetik ihren Platz haben? In Beauty-Produkten und besonders in Naturkosmetik sind sie immer häufiger vertreten und tragen mit ihren Düften, ihrer Frische und ihrem angenehmen Hautgefühl auf natürliche und sanfte Weise zu unserer Schönheit bei.

Der entscheidende Schritt: immer verdünnen. Auf Haut und Haar wird ein ätherisches Öl nicht pur verwendet – außer in seltenen Fällen, die auf der Packungsbeilage stehen. Ein paar Tropfen in einem Esslöffel pflanzlichen Trägeröls (Mandelöl, Jojoba, Macadamia) oder in einer neutralen Waschbasis reichen für eine Gesichts- oder Körperpflege, und schon ein Tropfen im Shampoo tut gute Dienste.

Budget

Ein 5-ml-Fläschchen eines gängigen ätherischen Öls – Lavendel, Zitrone, Petitgrain oder Lemongras – kostet in Deutschland je nach Anbieter und Herkunft meist um die 5 bis 15 €. Die edleren Öle steigen schnell: Römische Kamille oder Rose übersteigen für wenige Milliliter häufig die 20 €, weil für ein einziges Fläschchen enorme Blütenmengen nötig sind. Eine Bio-Zertifizierung schlägt mit ein bis zwei Euro zu Buche, ebenso das Amberglas – gegenüber Plastik die bessere Wahl für die Haltbarkeit. Erhältlich sind sie in der Apotheke, im Bio-Laden oder bei spezialisierten Händlern, wobei die Preisunterschiede vor allem auf Herkunft der Pflanze und Destillationsverfahren zurückgehen.

Quellen

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahmen und Bewertungen zum Umgang mit ätherischen Ölen.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Hinweise und Empfehlungen zur Anwendung ätherischer Öle.