Die Pille danach ist weniger zuverlässig als die reguläre Pille. Sie kann das Risiko einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verringern.

Am besten nehmen Sie die Pille danach innerhalb von 24 Stunden nach dem ungeschützten Sex ein, dann ist die Wirkung am größten. In Deutschland gibt es zwei hormonelle Notfallverhütungsmittel: Levonorgestrel kann bis zu 72 Stunden nach dem Sex eingenommen werden; Ulipristalacetat bleibt bis zu 120 Stunden, also fünf Tage, wirksam. Je früher die Einnahme, desto besser die Wirkung. Die Wirksamkeit von Levonorgestrel sinkt mit zunehmendem Abstand zum Sex, während Ulipristalacetat bis zu fünf Tage wirksam bleibt. Warten Sie also nicht zu lange.

Die Pille danach ist in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie ist jedoch in der Regel kostenpflichtig; die Kosten variieren je nach Präparat und Apotheke. Beratung erhalten Sie auch bei pro familia, in Familienberatungsstellen oder bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Sie kann unangenehme Nebenwirkungen haben, etwa Übelkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder leichte Blutungen, die schnell wieder abklingen. Wenn Sie innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme erbrechen, kann eine erneute Einnahme nötig sein; bei Durchfall fragen Sie bitte in Ihrer Apotheke um Rat.

Achtung: Die Pille danach ist ein Notfallverhütungsmittel und sollte nicht zur Gewohnheit werden. Sie ist sehr hoch dosiert und nicht für die regelmäßige Anwendung gedacht. Sie ersetzt keine dauerhafte Verhütung. Bei erneutem ungeschütztem Sex im selben Zyklus ist eine weitere Einnahme möglich, nach Rücksprache mit einer Apothekerin, einem Apotheker oder einer Ärztin oder einem Arzt.

Die Pille danach kann eine bereits eingenistete Schwangerschaft nicht abbrechen und schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

Ein Missgeschick passiert schnell – vergessene Pille, geplatztes oder beschädigtes Kondom und mehr. Für genau solche Fälle wurde die Pille danach entwickelt, um einen Schwangerschaftsabbruch möglichst zu vermeiden. Hier finden Sie weitere Informationen zur Anwendung und zu den Vorsichtsmaßnahmen.

In der Praxis gilt: Nach ungeschütztem Sex zählt jede Stunde, und die Pille danach ersetzt niemals eine dauerhafte Verhütung. Wenn Sie unsicher sind, was zu tun ist, können Sie sich in einer Apotheke oder bei einer Familienberatungsstelle ohne Wertung beraten lassen.

Kosten

In Frankreich ist die Notfallverhütung für alle Frauen kostenlos, ohne Rezept und ohne Vorkasse, unabhängig vom Alter. In Deutschland ist die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, aber in der Regel kostenpflichtig. Die Preise unterscheiden sich je nach Präparat und Apotheke; sie liegen häufig zwischen 20 € und 40 €. Für Minderjährige kann das Jugendamt die Kosten übernehmen – fragen Sie im Vorfeld in der Apotheke oder bei einer Beratungsstelle nach. Eine ärztliche Beratung bei Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Beratungsraum mit zwei Sesseln und einem Wasserglas
Rezeptfrei erhältlich, aber meist kostenpflichtig

Quellen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) — „Notfallverhütung“.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) — Informationen zu Notfallkontrazeptiva.
  • Stiftung Warentest — Informationen zur Pille danach.
  • Verbraucherzentralen — Beratung zu Kosten und Erstattung.