In Sachen Beauty gibt es einen ersten unverzichtbaren Schritt, der noch vor jeder Investition in Pflege und Make-up steht: den eigenen Hauttyp bestimmen. Das ist – wenn man so will – das A und O, die Grundlage, an der sich Ihre Wahl bei Tagespflege orientiert, aber auch bei Reinigung, Peeling und jeder weiteren ergänzenden Pflege. Ein Produkt, das nicht zu Ihrem Hauttyp passt, kann mehr schaden als nutzen – ganz zu schweigen von der Verschwendung und dem Geld, das zum Fenster hinausgeworfen wird. Also Schluss mit Fehlkäufen: Fangen Sie damit an, die Bedürfnisse Ihrer Haut zu erkennen, indem Sie ihren Grundtyp bestimmen. Man unterscheidet in der Regel vier große Hauttypen – normal, trocken, fettig und Mischhaut –, zu denen sich eine Sensibilität gesellen kann, die alle Typen betrifft. Bis hierhin kinderleicht. Die Krux: Eine Haut kann Symptome zweier verschiedener Typen zeigen – und da wird es kompliziert.
Vorab eine Klarstellung: Ein Hauttyp ist nicht in Stein gemeißelt, und im Laufe eines Lebens kann es Phasen geben, in denen die Haut trocken ist, andere, in denen sie fettig wird oder sehr sensibel reagiert. So ist das eben – die Haut lebt und reagiert auf eine ganze Menge: Hormone, Stress, Schwangerschaft, gedrückte Stimmung, Klimabedingungen, Umweltbelastung, Rauchen, das Alter …
Den eigenen Hauttyp zu bestimmen ist also gut und schön – aber Sie sollten Ihre Pflege auch an die Veränderungen anpassen, die Sie bemerken.
Normale Haut
Die sogenannte normale Haut ist sozusagen das Nonplusultra: keine besonderen Probleme, weder fettig noch trocken, kaum oder gar nicht reaktiv, nur selten Unreinheiten, keine erweiterten Poren – kurzum, sie ist schön und ihre Pflege unkompliziert. Ja, das ist selten, und nur wenige von uns können von sich behaupten, normale Haut zu haben!
Aber Vorsicht: Normale Haut ist nicht unverwundbar. Auch sie kann kleinere Probleme entwickeln – etwa durch unpassende Pflege oder wenn die Pflege ganz ausgelassen wird.
Also niemals zu reichhaltige Produkte, die sie glänzen lassen und ersticken – und verstopfte Poren bedeuten Mitesser und Pickel.
Und nur, weil Ihre Haut keine besonderen Probleme bereitet, sollten Sie die Pflege trotzdem nicht auslassen: Jede Haut braucht Feuchtigkeit und Schutz. Wählen Sie also eine Tagespflege, die zu ihrem Wesen passt, reinigen Sie sie mit Produkten, die weder zu fettig noch zu aggressiv sind, und schützen Sie sie gut vor der Sonne.

Trockene Haut
Trockene Haut braucht besonders viel Pflege, denn durch ihren Feuchtigkeitsmangel ist sie sensibilisiert. Zur Erklärung: Die Haut produziert Talg, eine fettige Substanz, die sie vor äußeren Einflüssen schützt. Trockene Haut produziert davon zu wenig – daher das Spannungsgefühl, das Unbehagen und die Schuppung.
Das bedeutet auch, dass trockene Haut nicht gegen die verschiedenen äußeren Einflüsse geschützt ist: Kälte, UV-Strahlung, Umweltbelastung und so weiter. Ihre Aufgabe ist es daher, diesen Mangel auszugleichen – mit stark feuchtigkeitsspendenden Kosmetika, und mit doppeltem Schutz, wenn Sie sich Sonne, Kälte und Ähnlichem aussetzen.
Wählen Sie sehr milde Produkte für Reinigung und Peeling, denn zu aggressive Produkte könnten die Haut weiter sensibilisieren und Rötungen sowie Schuppung verursachen.

Fettige Haut
Sie ist das Gegenteil der trockenen Haut. Während die eine zu wenig Talg produziert, produziert die andere zu viel. Das Ergebnis: eine Haut, die nach der Reinigung und nach dem Make-up schnell glänzt – und zwar im ganzen Gesicht. Das Problem: In zu großer Menge produziert, neigt Talg dazu, die Poren zu verstopfen. Genau deshalb sind fettige Häute oft anfällig für Akne, Mitesser und erweiterte Poren.
Doch anders als man vielleicht denkt, braucht auch fettige Haut Feuchtigkeit. Wichtig ist, Produkte zu wählen, die speziell für sie entwickelt wurden.
Fluide, leichte Texturen sind zu bevorzugen, ebenso klärende und peelende Wirkstoffe.
Vorsicht jedoch: Manche aggressiven Kosmetika wirken zunächst wirksam, sensibilisieren aber die Haut und regen die Talgdrüsen an – die dann zusätzlichen Talg produzieren, um sich vor der Aggression zu schützen.
Also keine Pflege mit Öl oder Alkohol, keine übermäßigen Reinigungen, nicht zu viel Peeling (ein- bis zweimal pro Woche reichen), keine zu dicken und reichhaltigen Texturen – sondern sehr milde, leichte Pflege in regelmäßigen Abständen.

Mischhaut
Um die Sache einfach zu halten: Mischhaut ist gewissermaßen eine Mischung aus fettiger und trockener Haut.
Die T-Zone, also Nase, Stirn und Kinn, ist fettig, neigt zum Glänzen und kann Pickel und Unreinheiten zeigen. Die Wangen hingegen sind trocken und spannen.
Mischhaut gilt als der häufigste Hauttyp. Sie braucht Feuchtigkeit, aber kein Fett, damit die fettigen Zonen nicht erstickt werden. Setzen Sie also auf Pflege für Mischhaut: feuchtigkeitsspendend, aber nicht komedogen, ohne Öl und nicht zu reichhaltig. Sie können zusätzlich einen mattierenden Begleiter für die T-Zone wählen – aber wie bei fettiger Haut gilt: nichts zu Aggressives.

Zum Schluss: sensible Haut
Zu beachten: Trockene, Misch- und sogar fettige Haut können zusätzlich sensibel sein. Häufig ist eine Haut übrigens nicht einfach nur sensibel – ihre Reaktivität kann sehr gut mit anderen Problemen wie Trockenheit, Unreinheiten und so weiter einhergehen.
Die Schwierigkeit bei sensibler Haut liegt darin, dass sie schwer zu pflegen ist, weil sie sehr reaktiv ist – sowohl auf Kosmetika als auch auf Klimabedingungen. Sie wird rot, kribbelt, spannt und kann kleine Flecken, Allergien, Irritationen und Ähnliches zeigen.
Sie ahnen es also: Sie braucht sehr neutrale und milde Pflege, die perfekt zu ihrer Natur passt. Pflege für sensible Haut findet man in der Regel in der Apotheke: ohne Parfüm, ohne reizende Stoffe, dazu nicht komedogen und selbstverständlich ohne Alkohol. Das Weglassen von Parabenen ist eine Formulierungsentscheidung, keine Notwendigkeit für die Haut.
Pflege für sensible Haut sollte beruhigende und rötungsmindernde Wirkstoffe enthalten.
Und ganz wichtig: Sensible Haut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Wählen Sie deshalb jedes Mal, wenn Sie sich der Sonne aussetzen, einen hohen Sonnenschutz.

Um Ihre Haut einzuordnen, gibt es einen ganz einfachen Test für zu Hause. Reinigen Sie abends Ihr Gesicht, tragen Sie nichts auf und gehen Sie schlafen. Beobachten und ertasten Sie morgens vor allem anderen: Glänzt alles, ist die Haut fettig. Glänzen Stirn, Nase und Kinn, während die Wangen spannen, ist sie Mischhaut. Spannt und schuppt sich alles, ist sie trocken. Hat sich nichts verändert, ist sie normal. Die Sensibilität zeigt sich im Alltag – Rötungen, Kribbeln und Unbehagen nach der Pflege reichen oft aus, um einen Verdacht zu bekommen.
Mehr Beauty-Tipps und Infos gefällig? Lesen Sie auch unseren Artikel über Dermalogica-Kosmetik und unsere Tipps für eine Gesichtsreinigung zu Hause.
Budget
Was den Geldbeutel angeht: Man muss nicht sein Konto leerräumen, um die Haut zu pflegen. Ein passender milder Reiniger kostet in der Regel zwischen 8 und 20 € – im Drogeriemarkt wie in der Apotheke. Eine Feuchtigkeitspflege liegt zwischen 15 und 40 €, ein Sonnenschutz zwischen 12 und 25 €. Pflege für sensible Haut aus der Apotheke ist oft etwas teurer: Rechnen Sie eher mit 15 bis 35 €. Was den Preis bestimmt? Die Füllmenge natürlich, aber auch das Vorhandensein spezifischer Wirkstoffe (Ceramide, Hyaluronsäure, Niacinamid …), der Vertriebsweg und die Marke. Die gute Nachricht: Bei der Basispflege ist ein einfaches, gut formuliertes Produkt oft genauso wirksam wie ein teures Serum.
Quellen
- Société française de dermatologie – dermato-info.fr, allgemeinverständliche Informationen zu Hauttypen, trockener Haut und Akne (französische dermatologische Fachgesellschaft).
- ANSM – französische Aufsichtsbehörde für Arzneimittelsicherheit und Gesundheitsprodukte (ansm.sante.fr), Rubrik Kosmetik.
Hinweis zu den Quellen: dermato-info.fr und die ANSM sind französische Institutionen und hier als fachliche Referenz genannt. Für den deutschen Markt sind die Verbraucherzentralen (verbraucherzentrale.de) sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unabhängige Anlaufstellen bei Fragen rund um Haut und Kosmetik.





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