Sie kennen das: Die Sonne kommt zurück, in den Läden hängt wieder Bademode – und mit ihr meldet sich diese vertraute Stimme, die meint, der Körper müsse jetzt „vorbereitet“ werden. Nur hält kein Endspurt in letzter Minute dauerhaft. Was trägt, sind ein paar einfache Gewohnheiten, die man fast nebenbei wiederholt – und die im Alltag tatsächlich etwas verändern, wenn Sie Ihren Bikini aus der Schublade holen. Hier sind fünf davon, ohne Druck und ohne große Versprechen.

1. Wasser trinken – und zwar vor allem Wasser

Die Datenlage legt nahe, dass viele von uns zu wenig trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene rund 1,5 Liter Wasser am Tag; dazu kommt die Flüssigkeit, die über Lebensmittel aufgenommen wird. Vorsicht vor dem Kurzschluss: Mehr zu trinken lässt keine Kilos schmelzen. Eine gute Flüssigkeitsversorgung unterstützt aber die Arbeit der Nieren, hilft, Durst und Hunger am späten Nachmittag nicht zu verwechseln, und sie nimmt den Platz ein, den sonst Limonaden und zuckerhaltige Säfte belegen. Bei grünem Tee und Kräutertees zeigen Studien keine belastbare Wirkung auf das Gewicht: Es sind schlicht zuckerfreie Getränke – und allein das ist schon ein guter Grund, sie regelmäßig zu trinken.

Eine junge Frau sitzt am Beckenrand, neben sich ein Glas Wasser
Am Wasser: erst ans Trinken denken

2. Essen statt hungern

Stark einschränkende Diäten sind der zuverlässigste Weg, ein paar Monate später alles wieder zuzunehmen – häufig sogar etwas mehr. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lassen sich dagegen in wenigen Sätzen zusammenfassen: drei Mahlzeiten am Tag, Gemüse zu jeder Mahlzeit, fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, Garen im Ofen oder im Dampfgarer und möglichst oft selbst gekocht. Kein Lebensmittel „reinigt“ den Körper. Gesichert ist: Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf. Und wenn Sie abends doch einmal schwach geworden sind, nehmen Sie am nächsten Tag einfach den Faden wieder auf – Regelmäßigkeit wiegt schwerer als Perfektion.

Eine junge Frau im Bikini isst im Schatten einen frischen Salat
Ein richtiges Sommeressen statt eines Tellers, der hungrig macht

3. Jeden Tag ein bisschen in Bewegung kommen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche, dazu kommen zwei Einheiten Krafttraining. Im Alltag kann das 30 Minuten Gehen bedeuten, die Treppe statt des Aufzugs – oder zweieinhalb bis fünf Stunden Sport, über die Woche verteilt. Bewegung ist außerdem ein anerkannter Schutzfaktor: für Herz, Knochen, Schlaf und Stimmung. Suchen Sie sich in der Praxis eine Aktivität aus, die Ihnen Spaß macht – nur die halten Sie auch durch.

Eine junge Frau im Bikini kommt am frühen Morgen aus dem Meer
Schwimmen, gehen, bewegen: Der Körper mag Regelmäßigkeit

4. Die Routine zählt mehr als der Tiegel

Für sogenannte Schlankheitscremes ist keine dauerhafte Wirkung auf die Fettmasse belegt. Ihre Wirkung bleibt kosmetisch: gepflegte Haut, ein vorübergehend glatteres Hautbild, das Gefühl leichterer Beine – Aussagen, die die EU-Kosmetikverordnung eng regelt. Wenn Sie sich dieses Ritual trotzdem gönnen möchten, genügt ein zertifiziertes Bio-Gel oder eine Bio-Körperlotion völlig: Das Cosmos-Organic-Siegel regelt den Anteil natürlicher und biologischer Inhaltsstoffe, die Zusammensetzung und die Rückverfolgbarkeit. Achten Sie auch auf die Verpackung: Glasflakon, Nachfüllformat, Herstellung in Europa, sofern die Angabe vorhanden ist. Und behalten Sie im Kopf, dass „natürlich“ nicht automatisch unbedenklich heißt – manche Pflanzenextrakte und ätherischen Öle reizen die Haut, besonders bei empfindlicher Haut.

Ein Bikini-Oberteil liegt auf einem Leinentuch, daneben ein Körperöl
Die Pflegeroutine zählt mehr als das Versprechen auf dem Tiegel

5. Der Bikini, der Ihnen steht – nicht der, der nur im Katalog gut aussieht

Ein schlecht geschnittener Bikini ruiniert die Silhouette; ein gut gewählter betont genau das, was Sie an sich mögen. Schauen Sie vor dem Muster aufs Material: GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, recyceltes Polyamid, Herstellung in Europa. Das Second-Hand-Angebot ist groß und erlaubt es, einen Schnitt auszuprobieren, ohne viel Geld auszugeben. Der beste Bikini bleibt der, an den Sie am Strand keinen Gedanken mehr verschwenden.

Eine junge Frau probiert in der Umkleide einen gut sitzenden Zweiteiler an
Der richtige Schnitt – am Strand vergisst man ihn

Keine dieser Empfehlungen ersetzt eine ärztliche Begleitung. Wenn Sie abnehmen möchten, schwanger sind, Medikamente einnehmen oder bereits eine Essstörung durchgemacht haben, sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder mit einer qualifizierten Ernährungsfachkraft. Anhaltende Müdigkeit, Haarausfall, ausbleibende oder unregelmäßige Regelblutungen: Solche Signale sollten Sie abklären lassen.

Preise im Überblick

  • Bikini: Rechnen Sie mit etwa 15 bis 40 € bei Textil- und Drogerieketten, 50 bis 130 € für Bademoden-Marken oder Modelle aus recycelten Materialien; Second-Hand ist oft deutlich günstiger. Der Preis hängt von Material, Schnitt, Bezugsort und Pflegeaufwand ab.
  • Zertifizierte Bio-Körperpflege: etwa 8 bis 15 € für 200 ml in der Drogerie (dm, Rossmann), 18 bis 35 € für Naturkosmetik-Marken aus der Apotheke, dem Naturkosmetik-Fachhandel oder dem Online-Shop.
  • Grüner Tee, Kräutertees: 4 bis 15 € pro Packung, je nach Herkunft und ob lose oder im Beutel gekauft.
  • Bewegung: Spazierengehen kostet nichts; ein Fitnessstudio liegt meist zwischen 20 und 45 € im Monat, ein Kurs vor Ort zwischen 10 und 20 € pro Einheit.
  • Ernährungsberatung: Eine Sitzung kostet je nach Qualifikation, Anbieter und Region häufig zwischen 50 und 100 €. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt das in der Regel nicht – viele Kassen bezuschussen aber Präventionskurse nach § 20 SGB V. Fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 10 Regeln der DGE und Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Empfehlungen zu Trinkmenge und Alltagsbewegung.
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO), Leitlinien 2020 zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten.
  • EFSA, Referenzwerte für die Zufuhr von Wasser (2010).
  • Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel und Verordnung (EU) Nr. 655/2013 über Werbeaussagen bei Kosmetik.
  • Cosmos-Organic-Standards (Ecocert) und Global Organic Textile Standard (GOTS).
  • Verbraucherzentralen zur Ernährungsberatung und Kostenübernahme; gesetzliche Krankenkassen zu Präventionskursen nach § 20 SGB V.