Sie kommen aus der Dusche, trocknen Ihr Gesicht etwas kräftiger ab als sonst und denken: Das war das Peeling. Kennen wir alle, mich eingeschlossen. Nur: Für Ihre Haut bringt das nichts. Sie spannt, und die abgestorbenen Zellen sind immer noch da.

Ein echtes Peeling ist ein anderes Vorgehen. Kurz, präzise, mit einer Textur, die zu Ihrer Haut passt, leichtem Druck und einer Häufigkeit, die Sie durchhalten. Keine Hexerei – aber Hautbild und Teint bekommen es mit der Zeit zu spüren.

Was ein Peeling konkret bringt

Die Oberhaut erneuert sich ständig. Durch Kälte, Umweltbelastung, Schlafmangel oder dehydrierte Haut sammeln sich abgestorbene Zellen jedoch an, statt abzufallen. Das Ergebnis: ein fahler Teint, ein unebenes Hautbild und Pflegeprodukte, die an der Oberfläche bleiben, statt einzuziehen.

Gut dosiert macht ein Peeling Platz für Neues. Es glättet, belebt den Teint und lässt Maske oder Creme danach besser wirken, weil sie endlich auf aufnahmefähige Haut treffen. Zu häufig angewendet schwächt es dagegen die Hautbarriere. Einmal pro Woche reicht in den meisten Fällen, zweimal maximal bei dickeren Hauttypen. Bei trockener, empfindlicher oder zu Rötungen neigender Haut ist ein Peeling alle zehn Tage sinnvoller. Und bei gereizter Haut, direkt nach der Rasur, nach einem Sonnenbrand oder einem professionellen Peeling im Institut lassen Sie es besser weg.

Ein feinkörniges Peeling auf matter Keramik, ein paar verstreute Körnchen
Die Körnung des Peelings: Sie nimmt abgestorbene Zellen mit

Mechanisch oder chemisch: Die Textur entscheidet

Also, mechanisch oder chemisch? Zwei Familien, zwei Anwendungen – und es ist nicht nur Geschmackssache.

Mechanische Peelings enthalten Partikel: Zucker, Salz, Aprikosenkernpulver, Silica. Oder sie setzen auf eine sogenannte samtige Textur, die unter den Fingern zerfällt und sich in kleinen Flocken abrollt – Sie massieren, sie löst sich, ohne dass Sie Körnung dosieren müssen.

Chemische Peelings arbeiten mit sanften Säuren: AHA (Glykolsäure, Milchsäure), BHA (Salicylsäure), PHA oder Fruchtenzymen wie Papaya oder Ananas. Kein Reiben: Das Produkt löst abgestorbene Zellen. Für reaktive Haut ist das oft die bessere Wahl, und PHA haben größere Moleküle und gelten als besonders sanft.

Für die Umwelt gibt es gute Nachrichten! Seit 2018 sind Mikroplastik-Kügelchen in abspülbaren Kosmetikprodukten, die in Frankreich verkauft werden, verboten: Die Formulierungen setzen seither auf Zucker, Salz, Silica oder pflanzliche Pulver.

Ein Peeling mit Körnern und ein Fläschchen mit sanfter Säure auf einem Steinregal
Körner oder sanfte Säuren: zwei Wege zu klarer Haut

Wählen Sie nach Ihrem Hauttyp

Trockene oder empfindliche Haut: ein Pulver zum Anrühren (Reis, Hafer) oder ein enzymatisches Peeling, gern mit samtiger Textur.

Produktfoto inspiriert von einem PHA-Peeling
Produktfoto inspiriert von einem PHA-Peeling

Mischhaut bis ölige Haut, vergrößerte Poren: ein BHA (Salicylsäure) in moderater Konzentration oder ein feinkörniges Gel mit Tonerde. Zweimal pro Woche, wenn Ihre Haut es verträgt.

Reaktive Haut, Rötungen: Enzyme allein, PHA, Reispulver. Einmal alle zehn Tage, und vorher 24 Stunden an der Kinnlinie testen.

Bei Aroma-Zone gibt es Pulver und neutrale Basen lose zum Selbstmischen: praktisch und oft mit weniger Verpackung. Ich nenne den Anbieter wegen des Unverpackt-Prinzips, habe aber nicht die gesamte Linie getestet.

Reispulver mit lauwarmem Wasser in einer kleinen Keramikschale
Reispulver und lauwarmes Wasser: Das Peeling wird mit der Hand angerührt

Die Anwendung, auf die es ankommt

Haut sauber und feucht, Hände leicht. Kreisförmige Bewegungen, ohne Druck: Die Partikel arbeiten, nicht Ihre Kraft. Dreißig Sekunden bis eine Minute, dabei Augen- und Lippenpartie aussparen. Mit lauwarmem Wasser abspülen, nie heiß, danach eine feuchtigkeitsspendende Maske oder Ihre Nachtcreme auftragen. Das Peeling bereitet vor, die Pflege macht den Abschluss.

Vor dem Kauf: Ist die INCI-Liste kurz und lesbar? Ist das Format nachfüllbar, aus Glas oder Karton? Ein Label wie COSMOS Organic oder NATRUE garantiert ein Regelwerk – Mindestanteil an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs und aus Bio-Anbau, verbotene Inhaltsstoffe –, sagt aber nichts über die Wirkung auf Ihrer Haut aus. Das entscheidet Ihr eigener Test.

Leichte kreisförmige Bewegungen, flache Hände auf feuchter Haut
Dreißig Sekunden ohne Druck: Die Körnchen arbeiten
Peeling-Pulver lose in Glasgefäßen, daneben eine Holzschaufel
Lose oder als Nachfüllung: Peeling ist oft günstiger

Preisrahmen

Die in Deutschland üblichen Größenordnungen: Ein Gesichtspeeling im Drogeriemarkt oder in der Apotheke liegt oft zwischen 6 und 15 €; in der Parfümerie eher zwischen 12 und 25 €; zertifizierte Naturkosmetik im Reformhaus oder Fachhandel zwischen 15 und 30 €; ein Pulver zum Anrühren oder eine Basis zum Mischen zwischen 5 und 15 €.

Der Preis variiert nach Format (Tiegel, Tube, Nachfüllpackung), Wirkstoffkonzentration, Zertifizierung und Verkaufsstelle. Eine Nachfüllpackung ist in der Regel günstiger als der komplette Behälter. Im Kosmetikinstitut kostet ein Gesichtspeeling oft zwischen 40 und 70 €, ein Körperpeeling zwischen 60 und 100 €, je nach Dauer und verwendeter Marke.

Wo kaufen: Drogeriemarkt (dm, Rossmann), Apotheke, Reformhaus, Online-Shop der Marke, Kosmetikinstitut.

Quellen

  • Légifrance, Code de l’environnement – Verbot von Mikroplastik-Kügelchen in abspülbaren Kosmetikprodukten in Frankreich, gilt seit 2018 (legifrance.gouv.fr)
  • Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel – Europäische Kommission (ec.europa.eu)
  • COSMOS-Standard – Zertifizierung für Natur- und Biokosmetik (cosmos-standard.org)
  • NATRUE – internationales Label für Natur- und Biokosmetik (natrue.org)