Gesichtspflege: Die Basics für schöne Haut

Sonntagabend, 23 Uhr, im Flur wartet immer noch der Wäschekorb. Der einzige Termin, den Sie nicht verschieben, ist der im Badezimmer: zwei Minuten abschminken, ein mildes Reinigungsprodukt – und morgens spannt die Haut nicht mehr. Ehrlich gesagt ist das der günstigste Handgriff der ganzen Routine – und der, der am meisten verändert. Gehen wir also die Basics noch einmal durch, eins nach dem anderen.

Nachtserum in einer bernsteinfarbenen Glasflasche auf dem Badezimmerregal, warmes Abendlicht
Die Nachtpflege, aufgetragen, wenn die Haut sich erholt

Abschminken, dann reinigen – aber sanft

Am Abend starten Sie mit einer fetthaltigen Textur: Reinigungsbalsam oder Reinigungsöl. Sie massieren es auf trockener Haut ein und emulgieren dann mit lauwarmem Wasser – genau dieser Kontakt mit Wasser verwandelt das Öl in eine Milch und nimmt Make-up, Sonnenschutz und Umweltpartikel mit. Ein mildes Reinigungsprodukt macht den Rest und entfernt den verbliebenen Film. Bei den Formeln reicht ein simples Pflanzenöl oder ein parfümfreier Balsam völlig aus; ein Reiniger auf Basis milder Tenside schont die Hautbarriere besser als ein parfümiertes Gel, das unter den Fingern quietscht.

Morgens müssen Sie es nicht übertreiben: lauwarmes Wasser oder ein seifenfreier Reiniger genügen, denn über Nacht hat Ihre Haut nicht viel angesammelt. Das sicherste Signal? Wenn die Haut nach der Reinigung spannt, ist die Formel zu stark entfettend – und das ist keine gute Nachricht für die Hautbarriere.

Junge Frau über dem Waschbecken, die einen Reinigungsbalsam mit lauwarmem Wasser abspült, tiefer Dutt
Reinigungsbalsam mit lauwarmem Wasser emulgiert, dann abspülen

Feuchtigkeit und Schutz: das Morgenprogramm

Wählen Sie Ihre Creme nach Ihrem Hauttyp: trocken, Mischhaut oder ölig. Bei unebenmäßigem Hautbild oder sichtbaren Poren ist eine leichte, nicht komedogene Textur angenehmer als eine reichhaltige Variante, die eher verstopft als pflegt. Sie tragen eine dünne Schicht auf die noch feuchte Haut auf – das hilft beim Verteilen – und vergessen dabei den Hals nicht, der oft vernachlässigt wird, obwohl er genauso viel Licht abbekommt wie der Rest.

Bei Naturformeln lohnt ein Blick auf Aloe vera, pflanzliches Glycerin oder ein Öl wie Jojoba: Sie spenden Komfort und Geschmeidigkeit, ohne schwer zu okkludieren, und viele gibt es im nachfüllbaren Glasflakon. Darüber gehört jeden Morgen ein LSF 30 (mindestens) – ein großer Teil der sichtbaren Fältchen geht auf UV-Strahlung zurück, nicht nur auf die Zeit. Im Freien alle zwei Stunden nachcremen. Und bei der Sonnenbrille: Kategorie 3 mit CE-Kennzeichnung wählen – die Augenlider haben besonders dünne Haut.

Einmal pro Woche: Peeling und Maske

Ein sanftes Peeling pro Woche, mehr nicht – darüber hinaus reizen Sie die Haut mehr, als ihr zu helfen. Feine Peelingkörner oder Säurepeeling, je nach Verträglichkeit. Danach eine Feuchtigkeits- oder Klärmaske, zehn Minuten, dann in Ruhe abspülen. Dieses Duo befreit die Haut von abgestorbenen Zellen und erspart Ihnen zehn Produkte, die am Ende hinten im Regal verstauben.

Nachts: die beste Zeit für Wirkstoffe

Nachts erholt sich die Haut. Retinol und Anti-Age-Pflege gehören deshalb in die Abendroutine – ebenso wie eine etwas reichhaltigere Augencreme. Ein wichtiger Hinweis: In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Retinoide besser meiden. Fragen Sie vor dem ersten Auftragen eine Ärztin oder einen Arzt – ohne daraus gleich ein Riesending zu machen.

Der Rest ist zur Orientierung gedacht – nicht jedes Serum auf dem Markt haben wir auf Herz und Nieren geprüft, das geben wir offen zu.

Was außerhalb des Cremetiegels zählt

Für Omega 3 empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche, davon eine mit fettem Seefisch. Beim Wasser spricht die EFSA von zwei Litern am Tag insgesamt bei erwachsenen Frauen – Getränke und Lebensmittel eingerechnet. Kein Grund, jedes Glas mitzuzählen. Und falls Sie rauchen: Tabak schädigt die Hautfasern und die kleinen Blutgefäße – ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter.

Drei Produkte, nicht zehn. Mildes Reinigungsprodukt, Feuchtigkeitscreme, LSF 30: Das Basis-Trio reicht für die allermeisten Routinen. Schauen Sie vor dem Kauf auf die INCI-Liste, die Verpackung (Glas, Karton) und ob es eine Nachfüllpackung gibt. Labels wie COSMOS Organic oder NATRUE beruhen auf festen Kriterien – das lässt sich nachprüfen, nicht erraten.

Budget

Die in Deutschland üblichen Preisbänder liegen je nach Marke und Kanal ungefähr bei: mildes Reinigungsprodukt 8 bis 25 €, Feuchtigkeitscreme fürs Gesicht 10 bis 40 €, LSF 30 fürs Gesicht 10 bis 25 €, Augencreme 15 bis 40 €, Retinol-Serum 20 bis 60 €.

Was den Preis ausmacht: die Wirkstoffkonzentration, die Größe, der Verkaufskanal und ob es eine Nachfüllpackung gibt. Drogerie (dm, Rossmann) und Apotheke gehören meist zu den günstigsten Kanälen, Parfümerie (etwa Douglas) und Onlinemarken ziehen schnell an. Bio- oder zertifizierte Formeln kosten pro Einheit oft mehr – eine Nachfüllpackung verändert die Rechnung auf Dauer. Bei hartnäckigen Beschwerden ist der Gang zur Dermatologin oder zum Dermatologen sinnvoll: In der gesetzlichen Krankenversicherung wird der Termin als Kassenleistung abgerechnet. Wer privat versichert ist oder selbst zahlt, rechnet je nach Praxis mit deutlich höheren Kosten.

Quellen