Pony oder nicht? Kurz oder lang? Wie wird man Spliss los? Darf es ein Stufenschnitt sein? Und wie oft sollte man sich überhaupt die Haare schneiden lassen? Rund um Haare und Frisur tauchen bei uns eine ganze Menge Fragen auf! Und zwischen Halbwissen und gut gemeinten Tipps, die überall kursieren, macht man am Ende manchmal mehr kaputt als besser. Deshalb hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Punkte rund um unser Haar, seinen Wuchs und seinen Schnitt. Und dabei sei gleich gesagt: Ohne das Haar und das Gesicht vorher gesehen zu haben, lässt sich kaum beurteilen, wie das Haar beschaffen ist oder welcher Schnitt zum Gesicht passt. Scheuen Sie sich also nicht, all diese Fragen Ihrem Friseur zu stellen — er darf Sie ruhig auch bremsen, wenn er findet, dass Sie einen Fehler machen.
Spliss — lässt sich das behandeln?
Von der rubbelnden Handtuchtrocknung über hektisches Bürsten bis zu Föhn- und Färbe-Stylings: Die Haare leiden, und die Spitzen spalten sich am Ende. Auch das sollten Sie wissen: Wir sind nicht alle gleich — manche Haare neigen deutlich weniger zu Spliss als andere, das ist einfach so.
Eine Pflege ist, ehrlich gesagt, eher ein Pflaster als eine Reparatur. Die großen Übeltäter? Wiederholte Reibung, Hitze, Blondierung, Sonne, Chlor und zu heißes Wasser. Und je länger die Haare sind, desto mehr Zeit hatten sie, all das mitzunehmen.


Spliss lässt sich jedoch nicht „behandeln" — damit ist gemeint: nicht reparieren. Die einzige Lösung, um gespaltene Spitzen loszuwerden, ist ein guter Haarschnitt! Glauben Sie also nicht all die Werbeversprechen, die Ihnen reparierte Spitzen durch irgendeine Pflege in Aussicht stellen. Setzen Sie trotzdem auf Pflegeprodukte für trockenes und strapaziertes Haar, denn auch wenn sich Spliss nicht wegzaubern lässt, kann er durch geeignete Pflege vermieden oder zumindest reduziert werden. Nährendes Öl, mildes Shampoo und Conditioner sind Ihre besten Verbündeten gegen diese unschönen gespaltenen Spitzen. Dazu eine möglichst ausgewogene Ernährung, ein maßvoller Einsatz von Föhn, Glätteisen und anderen Haarfolterinstrumenten — und regelmäßige Termine bei Ihrer Stammfriseurin, um die Längen zu pflegen.
Eine kleine Ergänzung: Eine juckende Kopfhaut, dicke Schuppen oder hartnäckige Stellen liegen nicht allein an der Wahl des Shampoos. Wenn das anhält, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.


Wie oft sollte ich meine Haare schneiden lassen?
Grundsätzlich hängt die Häufigkeit vor allem von Ihrer Frisur ab. Ein Kurzhaarschnitt erfordert zum Beispiel häufige Friseurbesuche, um gepflegt auszusehen — dasselbe gilt für sehr aufwendige Frisuren, die schnell unkontrollierbar werden, wenn die Haare nachwachsen. Langes oder halblanges Haar kann dagegen zwei bis drei Monate warten, bevor ein paar Zentimeter aufgefrischt werden.

Und eigentlich sieht man es schnell: Sobald Ihre Längen weniger gepflegt oder ungleichmäßig wirken, oder Ihre Haare kraftlos und ohne Form sind — ab zum Friseur, um alles wieder in Form zu bringen.
Wenn Sie sich für einen Pony entschieden haben, brauchen wir Ihnen das nicht zu erklären: Er muss regelmäßig gepflegt werden, damit er gut sitzt und Ihnen nicht in den Blick wächst — mindestens einmal im Monat ein kurzer Friseurbesuch, um ihn nachzuschneiden.
Steht mir ein Pony?
Ah, der Pony! Wenn man ihn auf manchen Gesichtern sieht, träumt man davon — er verleiht dem Gesicht Charakter, der Frisur Style, dem Blick etwas Geheimnisvolles, kurz: Er weckt Begehren bei so mancher Frau! Nur: Was der einen perfekt steht, muss auf unserem Gesicht nicht genauso wirken.
Natürlich muss man das von Fall zu Fall betrachten — und am besten fragen Sie Ihren Friseur um Rat. Wenn er ehrlich ist, sagt er Ihnen ohne Umschweife, ob Sie ein Gesicht für einen Pony haben.
Generell gilt: Eine eher große Stirn spricht für den Pony — er kann ein hervorragendes Mittel sein, um das Gesicht auszugleichen. Bei eher feinem Haar kann ein Pony ebenfalls passen, da er Fülle erzeugt — ideal für eine etwas flache Frisur. Beziehen Sie auch die allgemeine Beschaffenheit Ihres Haares ein: Ein Pony auf glattem oder nur leicht gewelltem Haar sieht sicher schöner aus als ein Pony auf lockigem Haar, das tägliches Styling und ständigen Schutz vor Feuchtigkeit braucht — unpraktisch!
Und es gibt nicht nur den geraden, dichten Pony. Eine seitliche, beweglichere Partie lässt sich an faulen Tagen einfach mit einer Haarspange feststecken.


Muss man die Haare schneiden, damit sie schneller wachsen?
Nein. Regelmäßiges Schneiden ist zwar nötig, um die Frisur zu pflegen, Spliss loszuwerden und die Spitzen zu egalisieren — aber der Schnitt beeinflusst die Wachstumsgeschwindigkeit nicht. Nein, wirklich: Haare und Pflanzen sind zwei völlig verschiedene Baustellen. Da Haare an der Wurzel wachsen und nicht an der Spitze, wird ihr Wachstum durch regelmäßiges „Stutzen" nicht angekurbelt. Eine ausgewogene Ernährung trägt dagegen zur Haargesundheit bei, ohne die Wachstumsgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Zur Info: Ein Haar wächst durchschnittlich etwa einen Zentimeter pro Monat — da heißt es Geduld haben!
Ist ein effilierter Schnitt eine gute Idee?
Effilieren bedeutet, das Haar auszudünnen, die Längen zu verfeinern und eine gewisse Tiefe oder Struktur zu erzeugen. Effiliert wird in der Regel mit dem Rasiermesser, was einer Stufenfrisur einen luftigen, durchdachten Look gibt — und das sieht oft sehr schön aus, wenn man gerade vom Friseur kommt. Aber zu stark effilierte Schnitte sind schwer zu pflegen: Das Styling wird schwierig, sobald die Haare ein wenig nachwachsen, und die Ausdünnung erweckt schnell den Eindruck von zu feinem Haar, das absteht und nicht mehr zu bändigen ist. Dann muss man wieder schneiden — nicht schön! Also: Effilieren ja, aber sparsam, und am besten bei dickem Haar oder bei guter Grundfülle.

Stufenschnitt — soll ich es wagen?
Ein Stufenschnitt passt zu fast allen Gesichtsformen. Er ist außerdem ein hervorragendes Mittel, um langem Haar einen eleganten Look zu verleihen, verleiht feinem, flachem Haar optisch Fülle und eignet sich auch gut, um dichtes oder lockiges Haar durch Ausdünnen der Längen etwas leichter zu machen.

Also ja, der Stufenschnitt ist eine Option, wenn Sie eine pflegeleichte, aber durchdachte Frisur wollen. Dann ist es Aufgabe Ihres Friseurs, den richtigen Stufenschnitt zu wählen: nur rund um das Gesicht oder am ganzen Kopf, beginnend auf Höhe der Wangenknochen, der Kiefer oder des Kinns, mit Strähne, Pony oder ohne — je nach Gesichtsform und Ihren Wünschen.
Wichtig zu wissen: Bei feinem Haar ohne Volumen ist ein Stufenschnitt mit ein paar helleren Strähnen ideal, um den Eindruck von Relief und Fülle zu erzeugen.
Kann ich einen Schnitt wählen, der den Nacken freilegt?
Man denkt nicht immer daran, wenn man sich für einen Kurzhaarschnitt wie den schrägen Bob entscheidet, aber allein ein freigelegter Nacken kann bestimmte Gesichtszüge betonen — und genauso gut einen etwas „kräftigen" Hals. Wer also einen eher schmalen, geraden Hals hat, wirkt mit freigelegtem Nacken schlanker, und die Kopfhaltung wird betont. Wer dagegen einen etwas kräftigen oder kurzen Hals hat, läuft Gefahr, dass genau dieser Punkt durch den freigelegten Nacken noch stärker hervorgehoben wird. Ein Gesicht mit weichen, runden Zügen passt ebenfalls sehr gut zu dieser Art Schnitt, während ein kantiges Gesicht von etwas Länge eher profitiert.

Achten Sie außerdem auf den Haaransatz am Nacken: Bei manchen wächst er nach oben, was beim Nachwachsen einen eher unschönen Effekt erzeugen kann.
Welcher Schnitt passt zu meinem Gesicht?
Es ist immer heikel, einen Schnitt zu empfehlen, ohne das Gesicht zu sehen. Generell lassen sich aber ein paar Tendenzen festhalten.
Ein eher rundes, volles Gesicht profitiert von einem Schnitt, der mindestens bis unter das Kinn reicht — das mildert genau den Eindruck von Rundheit und vermeidet ein etwas kindliches Aussehen.
Eckige oder stark kantige Gesichter werden durch einen eher weichen Schnitt gemildert, der das Gesicht umspielt und ihm etwas Volumen gibt (zum Beispiel ein Stufenschnitt, der das Gesicht rahmt). Bei diesem Gesichtstyp sollte man den Nacken nicht freilegen, da das den kantigen Eindruck noch verstärken könnte. Und ruhig ein paar Locken oder Wellen rund um das Gesicht einsetzen — für den weichen, luftigen Effekt.
Bei einem länglichen Gesicht ist ein eher kurzer Schnitt besser, da Längen diesen langen Eindruck tendenziell verstärken. Ein Pony kann ebenfalls helfen, die Länge zu brechen — allerdings nur bei ausreichend großer Stirn.
Und ein Herzgesicht — also weder ganz rund noch länglich — erlaubt sich so einige Frisuren, ob kurz oder lang. Dieser eher neutrale Gesichtstyp akzeptiert allgemein viele Styles!
Budget
Beim Budget bleibt der Salonschnitt der variabelste Posten: Rechnen Sie mit etwa 25 bis 60 €, je nach Stadt, Salon und Friseur — mehr in einer Großstadt oder bei einem gefragten Friseur. Für die Pflege zu Hause liegen ein nährendes Öl oder ein Leave-in-Produkt oft zwischen 8 und 30 €, ein mildes Shampoo zwischen 5 und 20 € — die Preise steigen schnell, sobald Wirkstoffe oder eine Parfümeriemarke ins Spiel kommen. Ein Ponyschnitt wird in der Regel günstiger berechnet als ein kompletter Haarschnitt, und manche Salons bieten ihn Stammkundinnen kostenlos an. Am besten vorher nach dem Tarif fragen — und einen Friseur wählen, der vor dem Schnitt berät.
Ein einfacher Tipp gegen Spliss: Bürsten Sie Ihr Haar nie nass — in diesem Zustand ist es empfindlicher und bricht leichter. Entwirren Sie es stattdessen zuerst mit den Fingern und dann mit einem grobzinkigen Kamm, nachdem Sie es mit dem Handtuch trocken getupft haben — tupfen, nicht rubbeln.
Quellen
- American Academy of Dermatology (aad.org): Hinweise zu Haarwachstum und zu Pflegeroutinen, die die Haarfaser schädigen.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de): Hintergrundinformationen zu Kopfhaut, Juckreiz und Schuppen.





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