Wenn Ihr Kind rote Wangen hat, stark speichelt oder kauen möchte, wenn das Zahnfleisch geschwollen ist und es nachts ungewohnt weinend aufwacht, dann bahnt sich wahrscheinlich ein Zahn seinen Weg durch das Zahnfleisch. Eine Zahnungsphase kann mit geschwollenem Zahnfleisch, vermehrtem Speichelfluss und Reizbarkeit einhergehen; echtes Fieber oder Durchfall gehören nicht dazu und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Junge Frau sitzt am Bettrand, ein Baumwolltuch über der Schulter

Was Ihrem Baby helfen kann, damit es sich wieder wohler fühlt:

Geben Sie ihm einen Beißring: Manche enthalten eine Flüssigkeit, die nach dem Kühlen im Kühlschrank – aber auf keinen Fall im Gefrierfach – durch die Kälte beruhigend auf das gereizte Zahnfleisch wirken kann. Nicht jedes Baby mag einen Beißring.

In der Apotheke gibt es einige Basisprodukte:

Selbstverständlich können Sie Ihrem Baby ein Schmerzmittel geben, das zu Alter und Gewicht passt – als Saft oder Zäpfchen –, aber immer nur nach Rücksprache mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Sie können das Zahnfleisch mit Ihrem kleinen Finger sanft massieren, auf den Sie ein beruhigendes Gel aufgetragen haben – fragen Sie Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Vermeiden Sie betäubende Mittel und Aspirin. Vergessen Sie den Irrglauben, ein Stück Zucker auf das Zahnfleisch zu reiben.

Wenn das nicht ausreicht oder Ihr Baby sich nicht massieren lässt, können homöopathische Mittel unterstützend ausprobiert werden.

  • Bei einem reizbaren, quengeligen Baby, das nachts mehrfach aufwacht, kann Chamomilla als Granulat oder Zäpfchen versucht werden.
  • Camilia ist ein homöopathisches Arzneimittel, das traditionell beim Zahnen eingesetzt wird. Manche Eltern berichten von Linderung, die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt. Es ersetzt nicht die Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson. Praktisch: Es lässt sich gut in der Wickeltasche mitnehmen.

Bei Hautveränderungen, vor allem im Windelbereich, oder bei Durchfall gilt: Diese Symptome sind nicht typisch für das Zahnen. Fragen Sie bitte Ihre Kinderarztpraxis.

Im Alltag findet jedes Kind seine eigene Linderung – durch Kälte, sanfte Zahnfleischmassage, Tragen, Kuscheln oder eine zusätzliche Stillmahlzeit. Die Reaktionen sind von Kind zu Kind sehr unterschiedlich, und diese Maßnahmen ersetzen niemals die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Junge Frau hält einen Beißring unter kaltem Wasser am Waschbecken

Die ersten Zähnchen Ihres Babys zeigen sich meist zwischen dem vierten Lebensmonat und dem ersten Geburtstag. Es hilft, die Anzeichen zu kennen und zu wissen, was Linderung verschaffen kann – denn das Zahnen kann unangenehm sein. Keine Panik: Es gibt Möglichkeiten, den Druck und die Beschwerden zu mildern.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt? Beim Zahnen sind höchstens geschwollenes Zahnfleisch, vermehrter Speichelfluss und Reizbarkeit typisch. Echtes Fieber oder Durchfall gehören nicht dazu. Wenn Ihr Baby Fieber hat, sehr schlapp wirkt, nicht trinken will oder sehr dünnen Stuhl hat, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Das Zahnen erklärt vieles – aber es darf nie eine andere Ursache verdecken.

Kosten

Für einen einfachen Beißring können Sie mit etwa 5 bis 15 € rechnen, für ein Modell mit kühlbarer Flüssigkeit eher mit 8 bis 20 €. Ein beruhigendes Gel für das Zahnfleisch kostet meist zwischen 6 und 12 €, homöopathische Zubereitungen als Granulat oder Einzeldosen liegen häufig bei 3 bis 8 €. Diese Preisspannen variieren je nach Marke und Verkaufsstelle: Ob in der Apotheke oder im Drogeriemarkt – lassen Sie sich vor dem Kauf beraten.

Quellen

  • Assurance Maladie – ameli.fr, Bereich „Kindergesundheit“ (französische Quelle zur Einordnung).
  • Haute Autorité de Santé – has-sante.fr (französische Quelle zur Einordnung).
  • Société française de pédiatrie (französische Fachgesellschaft für Kinderheilkunde).
  • Für Deutschland relevante Anlaufstellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie Ihre Kinderarztpraxis vor Ort.