Sie haben sicher hinten im Schrank dieses eine Paar, das nur einen einzigen Abend erlebt hat. Auf halber Strecke schrien die Füße um Gnade, und den Rest des Abends ging es in Ballerinas weiter. Das ist kein unabänderliches Schicksal: Schuhe mit Absatz lassen sich auswählen, anprobieren und einlaufen.
Warum es so weh tut
Ein Absatz hebt den Fuß an und verlagert einen großen Teil Ihres Gewichts nach vorn. Je steiler die Neigung, desto stärker wird der Vorderfuß komprimiert: Dort entstehen Blasen, Hühneraugen und Schmerzen unter den Mittelfußknochen. Die derzeitige Datenlage legt nahe, dass ein sehr hoher Absatz auch die Haltung und die Belastung des Knies verändert. Eine 1998 in The Lancet veröffentlichte Studie maß bereits eine erhöhte Belastung dieses Gelenks bei Trägerinnen von hohen Absätzen. Das verbietet Absätze nicht, gibt aber Anlass, über Höhe und Tragezeit nachzudenken.
Oft ist es übrigens nicht der Absatz selbst, der weh tut, sondern die Reibung: ein zu enger Schuh, eine harte Fersenkappe, eine rutschige Sohle. In der Praxis ist die häufigste Ursache einer Blase eher eine schlecht sitzende Schuhgröße oder ein Material, das nicht nachgibt.

Ein stabiles Paar auswählen
Der Preis ist längst nicht das einzige Kriterium für Komfort.

Die Stabilität zuerst. Sie ist schon beim Anprobieren spürbar: Wenn Ihr Fuß seitlich wegkippt, wenn Ihr Knöchel Halt sucht, ist das Paar nicht für Sie gemacht. Ein breiter Absatz verteilt die Last besser als ein Stiletto-Absatz von zehn Zentimetern. Stilettos bleiben kurzen Abenden vorbehalten – sie werden riskanter, sobald Sie lange laufen oder tanzen müssen.
Die Schuhgröße als Nächstes. Wählen Sie Ihre tatsächliche Größe, auch wenn das Modell Sie mit einer halben Nummer kleiner lockt. Ein eingeengter Fuß sitzt schlecht im Schuh, und die Instabilität erhöht die Sturzgefahr.
Die Wölbung und die Höhe zum Schluss. Stark gewölbte Modelle konzentrieren alles auf den Vorderfuß. Für den Alltag empfiehlt die American Podiatric Medical Association, etwa 5 cm nicht zu überschreiten. Darüber hinaus sollten Sie das Paar besser für kurze Anlässe reservieren. Wenn Sie noch ungeübt sind, beginnen Sie mit 4 bis 6 cm und steigern Sie sich allmählich.
Schmerzen, die am nächsten Tag noch anhalten, ein Zeh, der sich verformt, ein eingewachsener Nagel: Das sind keine Kleinigkeiten, die Sie aushalten müssen. Das sind Signale, die abgeklärt werden sollten. Wenden Sie sich an eine Fachperson – Podologin oder Podologe, Hausärztin oder Hausarzt – für eine ordnungsgemäße Diagnose, bevor sich daraus ein Dauerzustand entwickelt.
Richtig anprobieren
Probieren Sie immer beide Füße an: Einer ist oft etwas länger als der andere. Gehen Sie etwa zehn Schritte, möglichst auf hartem Untergrund, und achten Sie auf Druckstellen – Zehenrand, Fersenrückseite, Fußrücken. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass sich der Schuh so weit weitet, dass sie verschwinden.

Probieren Sie möglichst am späten Nachmittag oder Abend an: Füße schwellen bei Wärme und langem Stehen an. Zu dieser Tageszeit erkennen Sie schnell, welche Modelle am nächsten Tag drücken werden.
Einlaufen und pflegen
Tragen Sie ein neues Paar zu Hause eine Stunde pro Tag auf sauberem Boden, mit dünnen Socken, wenn das Leder steif ist. So kann es sich weiten, bevor Sie es nach draußen ausführen. Bewahren Sie Ihre Schuhe anschließend stehend oder auf Schuhspannern auf, statt sie übereinanderzustapeln; so behalten sie besser ihre Form. Ein Weichmacherspray oder ein Schuhdehner können widerspenstiges Leder gefügig machen, werden aber eine zu kleine Größe niemals ausgleichen. Für lange Tage dämpft eine Gel-Einlage im Vorderfußbereich Stöße – legen Sie sie ein, bevor sich Schmerzen festsetzen.

Bürsten Sie abends unter der Dusche die verhornten Stellen sanft mit einem Bimsstein: Die Haut bleibt geschmeidig, und Hornhaut bildet sich weniger. Trocknen Sie die Zehenzwischenräume gut ab und tragen Sie dann eine Feuchtigkeitscreme auf, besonders an Ferse und Vorderfuß. Bei der Produktauswahl tun ein Naturbimsstein und eine Bio-Creme mit Sheabutter oder Arnika – idealerweise im Glas oder nachfüllbar – gute Dienste; sie haben oft eine einfachere Zusammensetzung und ein langlebiges Behältnis. Wenn bereits eine Blase da ist, stechen Sie sie nicht auf: Ein hydrokolloides Pflaster schützt die Stelle und lässt die Haut sich selbst reparieren. Und wenn Sie mehrere Tage hintereinander Absätze tragen, wechseln Sie mit flachen Schuhen ab und halten Sie ein Ersatzpaar in der Tasche bereit.
Budget
- Schuhe mit Absätzen: 40 bis 90 € in Schuhketten oder Kaufhäusern, 90 bis 200 € bei einem spezialisierten Hersteller, darüber hinaus teurer. Leder kostet mehr als Synthetik, gibt aber besser nach und hält länger.
- Gel-Einlagen für den Vorderfuß: etwa 10 bis 25 € in der Drogerie, Parfümerie oder Apotheke.
- Blasenpflaster: 5 bis 10 € pro Packung im Drogeriemarkt oder in der Apotheke.
- Weichmacherspray, Schuhspanner, Schuhdehner: 10 bis 30 € je nach Modell.
- Fußpflege (Creme, Bimsstein, Raspel): 5 bis 20 €.
Die Unterschiede ergeben sich aus Material, Herstellungsort und Service. Ein Schuhmacher kann ein Paar leicht dehnen; maßgefertigte Einlagen – etwa über einen Orthopäden oder orthopädischen Schuhmacher – sind deutlich teurer und können je nach Situation teilweise von der Krankenkasse erstattet werden.
Quellen
- American Podiatric Medical Association (APMA), Empfehlungen zum Tragen von hohen Absätzen.
- NHS (Großbritannien), Seite „Foot pain“.
- Assurance Maladie (ameli.fr), französische Krankenversicherung, Infoblatt zum Hallux valgus.
- Kerrigan DC, Todd MK, Riley PO, „Knee osteoarthritis and high-heeled shoes“, The Lancet, Bd. 351, 1998.





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