Lüften ist die Grundlage, das vergisst man selten. Doch sobald die Luft frisch ist, fehlt der letzte Schliff: ein Duft, der empfängt, beruhigt oder belebt. Ein Raumduft funktioniert nicht wie ein Lufterfrischer – er überdeckt nicht, er schafft eine Atmosphäre. Und jeder Raum hat seine eigene.
Eine Einschränkung vorweg: Was gut riecht, ist nicht automatisch gut für die Luft, die Sie atmen. Feuchtigkeit, unzureichendes Lüften und zu hoch konzentrierte Duftstoffe gehören zu den Risikofaktoren für belastete Innenraumluft. In der Praxis heißt das: vor und während des Beduftens lüften und einen geschlossenen Raum nicht übermäßig beduften.
Das Wohnzimmer: eine holzige Atmosphäre
Für Geselligkeit setzen Sie auf Zedernholz, Sandelholz oder gewachstes Holz. Ein Glas-Diffuser mit Stäbchen, nachfüllbar, reicht vollkommen aus: Sie behalten das Gefäß und kaufen nur die Nachfüllung nach. Achten Sie bei der Rezeptur auf eine Basis ohne Phthalate und auf eine gut lesbare Inhaltsstoffliste – je kürzer sie ist, desto klarer wissen Sie, was Sie einatmen.

Bei Kerzen greifen Sie am besten zu Raps-, Soja- oder Bienenwachs mit Baumwolldocht. Paraffin neigt dazu, mehr Ruß abzugeben – nicht ideal in einem Raum, in dem Sie viel Zeit verbringen.
Die Küche: neutralisieren statt überdecken
Offene Küche, schlechte Belüftung? Erst lüften, dann beduften. Eine Schale Natron wird hartnäckige Gerüche los; ein leichter Duft nach Zitrusfrüchten oder Zitronenverbene erledigt den Rest. Zehn Minuten weit geöffnetes Fenster sind oft besser als ein Spray.

Das Schlafzimmer: Düfte, die beruhigen
Lavendel, Orangenblüte, Melisse, Lindenblüte: sanfte Noten, die beim Einschlafen begleiten. Ein Säckchen im Kissenbezug funktioniert gut, ebenso ein Duftkissen mit zertifiziertem Bio-ätherischem Öl.

In der Schwangerschaft oder wenn ein Baby im Raum ist, verzichten Sie jedoch besser auf ätherische Öle. Bei Zweifeln sprechen Sie mit medizinischem Fachpersonal.
Das Badezimmer: Frische steht an erster Stelle
Marine Noten, Jod, Eukalyptus. Ein mit ätherischem Öl getränkter Keramikstein auf der Heizung gibt den Duft langsam ab. Spülen Sie ihn zwischen zwei Anwendungen aus und lassen Sie ihn trocknen, sonst kippt der Duft.
Räucherstäbchen und Duftstäbchen: angenehm, doch ihre Verbrennung setzt Feinstaub (PM2,5) frei. Nur in gut gelüfteten Räumen verwenden, nie im Kinderzimmer. Wenn Sie Asthma haben oder allergisch sind, fragen Sie vor der regelmäßigen Nutzung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Budget
- Glas-Diffuser mit Stäbchen, nachfüllbar: etwa 15 bis 45 €.
- Kerze aus pflanzlichem Wachs, Baumwolldocht: je nach Größe etwa 10 bis 40 €.
- Ätherisches Bio-Öl (10 ml): etwa 5 bis 15 €.
- Lavendelsäckchen oder Duftkissen: etwa 5 bis 15 €.
Die Preise variieren je nach Label (EU-Bio-Siegel, Ecocert), Füllmenge und Verkaufsstelle: Fachparfümerie, Reformhaus, Drogerie, Supermarkt oder Onlinehandel.
Quellen
- Umweltbundesamt: Informationen zu Innenraumluft und gesundem Wohnen.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hinweise zum sicheren Umgang mit ätherischen Ölen.
- Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt.





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