Sie schieben an einem Samstagnachmittag die Tür einer Sandro-Boutique auf – und plötzlich sieht alles nach Laufsteg aus: eine Tweedjacke locker über einer Raw-Denim-Jeans, ein fließendes Satinkleid, das genau auf Knöchellänge fällt. Da fällt es schwer, nicht anzuprobieren – und nicht diesen Pariser Look mitzunehmen, der sofort Lust macht, das eigene Outfit neu zusammenzustellen.

Was ist Sandro eigentlich?

Anders, als der Name vermuten lässt, ist Sandro ein französisches Haus – 1984 von Evelyne Chétrite gegründet. Keine Dolce Vita also: eine überwiegend weibliche Garderobe, dazu eine Herrenlinie, romantisch und erschwinglich. Heute gehört die Marke zur SMCP-Gruppe, zu der auch Maje und Claudie Pierlot zählen – drei Schwestern mit demselben Anspruch: französischer Chic ohne Luxuspreise.

Eine Frau von hinten in einer Boutique, offene Sandro-Tweedjacke über einer Raw-Denim-Jeans
Sandro-Tweed über rohem Denim – die Formel des Hauses

Die Positionierung? Genau die Mitte. Gut genug für ein Abendessen, schlicht genug für einen Montag im Büro. Seide, Kaschmir, Wolle, Baumwolle, Leder: Die Materialien antworten aufeinander, in Teilen, die über mehrere Saisons funktionieren sollen.

Sandro-Materialien auf einer Bank: puderrosa Seide, Zopfstrick-Kaschmir, Wolle und Leder
Seide, Kaschmir, Wolle: Materialien im Dialog

Der Sandro-Look: So funktioniert er

Die Handschrift des Hauses ist diese Mischung aus Weichheit und Charakter. Eine puderrosa Bluse, dezente Rüschen, eine grobe Zopfstrickjacke, die am Kragen mit einem einzigen Knopf geschlossen wird … und dazu eine weite Raw-Denim-Jeans, Low Boots aus Lackleder, ein XXL-Shopper.

Die Formel lässt sich leicht selbst nachstylen. Nehmen Sie ein schwarzes Seidenkleid mit eckigem Ausschnitt und dezenten Rüschen, dazu eine blickdichte Strumpfhose und Lackstiefeletten – fertig ist ein mädchenhafter, aktueller Look für einen Herbstabend.

Auch diese Kombination funktioniert: ein Wollmantel in tadelloser Länge, eine farbige Strumpfhose in Bordeaux oder Nachtblau und schwarze Lackpumps. Die Art Outfit, die eine Silhouette zeichnet, ohne laut zu werden.

Sandro-Zopfstrickjacke, am Kragen mit einem Knopf geschlossen, über einer puderrosa Seidenbluse
Die nur mit einem Knopf geschlossene Zopfstrickjacke – die Signatur des Hauses

So kommen Sie dem Sandro-Geist näher, ohne sich zu ruinieren:

  • Die Seidenbluse: die Basis. Geschlossen oder offen über einem Top hebt sie jede Jeans an.
  • Die Zopfstrickjacke: perfekt in der Übergangszeit, sie ersetzt den schlichten Pullover.
  • Der lange Mantel oder der Trench: eine Investition, die über Jahre trägt.

Der eigentliche Kniff: ein einziges starkes Teil wählen und den Rest ruhig halten.

Langer Sandro-Wollmantel, bordeauxrote Strumpfhose und schwarze Lackpumps auf der Straße
Langer Mantel, bordeauxrote Strumpfhose, Lackpumps: eine Silhouette, die nicht schreit

So tragen Sie den Look im Alltag

Das Geheimnis dieses Looks ist nicht, alles übereinanderzuschichten, sondern in Akzenten zu kombinieren. Eine bequeme weite Jeans, eine Seidenbluse, rote Lackpumps: Das wirkt schlicht, aber ein Farbakzent weckt das Ganze auf. Abends lassen sich die Schuhe zum kleinen Schwarzen wiederverwenden – so sparen Sie sich den nächsten Schuhkauf.

Weite Jeans, Seidenbluse und rote Sandro-Lackpumps in einem Flur
Ein Lackrot-Akzent, der Raw Denim aufweckt

Fürs Büro setzen Sie auf eine Wollhose in Graumeliert, eine Bluse in Kaffeebraun mit Schleife im Rücken, blickdichte Strumpfhosen und Pumps. Das wirkt seriös, aber nie verklemmt. Und für ein Date funktioniert die Kombination aus Kleid und Pullover immer – weder zu weit noch zu eng. Der Trick bei Dreiviertelärmeln? Lange Lederhandschuhe. Ein Detail, das den Ärmel ersetzt und die Frage der Übergangszeit löst.

Sandro-Bluse mit Rückenbindung zu einer Wollhose in Graumeliert im Büro
Die Schleife im Rücken – das Detail, das eine Wollhose verändert

Was den Unterschied macht

Sandro erfindet das Rad nicht neu – und genau das ist vielleicht die Stärke. Die Marke setzt auf präzise Schnitte und edle Materialien statt auf Effekthascherei. Übersetzt heißt das: Sie können die Teile anziehen, ohne lange nachzudenken.

Allerdings ist der Preis nicht ohne. Ob Schnitt und Verarbeitung den Abstand zu einer Kaufhausmarke rechtfertigen, müssen Sie selbst entscheiden. Fangen Sie lieber mit einem Teil an, das Sie mindestens einmal pro Woche tragen, statt mit dem, das im Schaufenster glänzt.

Offener Sandro-Wollblazer auf einem Stuhl, Futter und Verarbeitung sichtbar
Innenverarbeitung eines Sandro-Blazers: Futter und Nähte
Verlassen einer Sandro-Boutique in Paris, gegürteter Trench und Papiertasche
In der Sandro-Boutique: erst anprobieren, dann investieren
Eine Frau prüft das Sandro-Etikett eines gebrauchten Trenchs im Second-Hand-Laden
Im Second-Hand-Laden: das Sandro-Etikett, das vor dem Kauf beruhigt
Kompletter Sandro-Look: camel-farbener Mantel, cremefarbene Bluse und marineblaue Hose
Die richtige Dosierung: ein starkes Teil, der Rest ruhig und gut geschnitten

Budget

Preislich liegt Sandro über den Kaufhausmarken, ohne in den Luxusbereich zu rutschen. Als Orientierung: Für eine Seidenbluse können Sie je nach Schnitt und Kollektion mit etwa 150 bis 250 € rechnen. Eine Zopfstrickjacke liegt im selben Bereich. Für den langen Mantel oder den Trench eher 300 bis 600 € – das ist das Teil, das am längsten hält. Eine Tweedjacke oder ein Blazer kostet rund 200 bis 400 €, ein Kleid aus Satin oder Seide ebenfalls 200 bis 400 €.

Diese Spannen verschieben sich je nach Stadt, Material, Kollektion und Zeitpunkt im Jahr; in Deutschland können Preise und Verfügbarkeit abweichen. Wo Sie die Stücke finden? In den Sandro-Boutiquen – in Deutschland etwa in Berlin, München oder Düsseldorf –, im offiziellen Onlineshop sandro-paris.com und in Marken-Corners großer Kaufhäuser. Denken Sie an die Reinigung für Seide und Kaschmir: rund 10 bis 20 € pro Stück, ein laufender Kostenfaktor, den Sie einplanen sollten.

Die gute Nachricht: Second Hand. Auf Vinted, Vestiaire Collective oder in Second-Hand-Läden finden sich reichlich Sandro-Teile, oft deutlich unter Neupreis – ideal, um einen Schnitt auszuprobieren oder sich einen Trench zu gönnen, ohne das Sparschwein zu plündern.

Das Wichtigste

Die französische Garderobe, für die Sandro steht, ist keine Frage des Budgets, sondern der Dosierung: ein starkes Teil, gut geschnittene Basics und eine Farbe, die das Ganze belebt. Für jeden Geschmack und jeden Stil lässt sich daraus etwas zusammenstellen.

Quellen