Dienstag, 7:40 Uhr. Sie haben drei Minuten vor dem Spiegel, bevor Sie die Kinder wegbringen müssen – und genau da kann Retro Angst machen: Ein verpatzter Eyeliner-Schwung lässt sich nicht in 30 Sekunden ausbessern. Dabei verlangt der Trend dieses Winters nicht, dass Sie alles neu lernen. Er setzt auf die Grundlagen – grafisches Auge, roter Mund, klarer Teint – und diese Schritte laufen reibungslos ineinander, wenn Sie die richtige Reihenfolge wählen. An einem Werktagmorgen getestet, Stoppuhr in der Hand.

Der Eyeliner-Strich: das Rückgrat des Blicks
Er ist die Basis des Looks: ein Strich, der das obere Lid betont und den Blick öffnet. Die Linie muss gleichmäßig sein, innen dünn, außen dicker. Lassen Sie sich Zeit. Kleine Ausrutscher korrigieren Sie mit einem leicht angefeuchteten Wattestäbchen – solange die Farbe noch nicht getrocknet ist.

Widerstehen Sie der Versuchung, den Strich zu weit hinauszuziehen: Ab ein paar Millimetern kippt der Look ins Kostümhafte. Der aktuelle Retro-Strich endet genau auf Höhe des äußeren Augenwinkels, manchmal mit einem kleinen Schwung nach oben.
Was das Werkzeug angeht: Ein feiner Filz- oder Pinselstift erspart Ihnen eine Menge Frust. Dokumentiert, aber in dieser Saison nicht selbst getestet: der MicroLiner Ink von Shiseido, dessen sehr feine Spitze sich für diesen schrittweisen Strich eignet. Nachfüllbare Alternativen sind noch selten; der Kompromiss ist hier ein Filzstift, der lange hält.

Lidschatten als Ergänzung
Wenn der Strich sitzt, genügt ein Hauch heller Lidschatten, um den Look zu verfeinern. Violett, Braun, Grau oder Gold: Wählen Sie nach Augenfarbe und Licht der Saison.

Tragen Sie ihn auf das restliche bewegliche Lid auf und lassen Sie ihn ein wenig auf das feste Lid übergehen. Unter der Braue verzichten Sie auf dunkle Töne: Ein dezentes Beige oder ein Hautton strukturiert den Blick, ohne ihn zu beschweren. Je leuchtender der Mund, desto klarer darf das Auge bleiben.

Was die Verpackung angeht: Puder im Glastiegel und nachfüllbare Paletten reduzieren Plastik. Achten Sie auf das Label: Cosmos Organic oder Ecocert regeln den Anteil natürlicher und biologischer Inhaltsstoffe.
Karminroter Lippenstift – ohne rissige Lippen
Karminrot ist zurück und weckt einen müden Winterteint. Bevor Sie an die Farbe denken, bereiten Sie die Lippen vor: Rot trocknet ein wenig aus, und auf rauen Lippen betont es jedes Schüppchen und wirkt rissig. Ein sanftes Peeling – Zucker und Honig oder ein Peelingbalsam aus dem Handel –, danach eine Schicht Lippenbalsam, und die Basis ist glatt.

Für die Kontur beginnen Sie mit einem Lipliner in genau dem Ton Ihres Lippenstifts. Folgen Sie der Kontur, ohne darüber hinauszugehen, und füllen Sie dann die Lippen aus – mit dem Pinsel, wenn Ihnen das hilft, sauber zu bleiben. Gloss, der über den äußeren Lippenrand läuft? Für mich ein No-Go: Bei einem kräftigen Rot wirkt das schnell unsauber.
Letzter Schritt: Drücken Sie die Lippen einmal auf ein Taschentuch. So nehmen Sie Überschuss ab, und die Farbe setzt sich in den feinen Lippenfältchen. Die Clarins-Lippenstifte sind für ihren Tragekomfort bekannt – dokumentiert, nicht über die gesamte Palette getestet. Wenn Sie Ihren Fußabdruck verringern möchten: Nachfüllbare Festformate sind auf dem Vormarsch. Sie kaufen nur den Lippenstift-Nachfüllkern nach, und die Haftfestigkeit ist gut.

Der Teint: klar, aber nie blass
Bei betontem Auge und leuchtendem Mund bleibt der Teint zurückhaltend – aber nicht blass.


Wählen Sie eine Foundation in Ihrem Hautton, so nah wie möglich an Ihrer Haut, und tragen Sie sie dünn auf – nur dort, wo sie gebraucht wird. Ihre Aufgabe ist nicht, Sie einzufärben, sondern den Teint zu vereinheitlichen und Unregelmäßigkeiten zu kaschieren. Eine Foundation wie das Double Wear von Estée Lauder, die ich seit Jahren benutze: Sie macht ihren Job, deckt aber stark – dosieren Sie sie vorsichtig.
Für frische Farbe: ein Aprikosen- oder Rosé-Blush, je nach Hautton, auf die Wangen und dann in ganz leichten Akzenten auf die Schläfen. Ein feiner Schleier transparentes Puder fixiert alles, ohne maskenhaft zu wirken.
Bleibt der Concealer. Tupfen, nicht verstreichen: Unter den Augen und an den Nasenflügeln genügen wenige Tupfer, um Schatten aufzuhellen. Formulierungen mit pflanzlichen Ölen eignen sich hier gut.
Der entscheidende Handgriff ist die Reihenfolge! Zuerst der Teint, dann die Augen, zuletzt die Lippen. Warum? Falls etwas danebengeht, müssen Sie nicht alles neu machen: Sie korrigieren nur den betreffenden Teil.
Drei Minuten, auf die Uhr geschaut
Wenn Sie wirklich keine Zeit haben, behalten Sie drei Dinge: einen klaren Eyeliner-Strich, ein Karminrot, einen ebenmäßigen Teint. Der Rest kann bis morgen warten. Retro verlangt keine Perfektion – nur, dass Sie zum Strich stehen.

Budget
Rechnen Sie mit etwa 8 bis 30 € für einen Filz-Eyeliner, 20 bis 40 € für eine feine Markenspitze, 5 bis 25 € für einen einzelnen Lidschatten, 25 bis 60 € für eine nachfüllbare Palette (danach kaufen Sie nur die Nachfüllungen), 8 bis 35 € für einen Lippenstift, 5 bis 20 € für einen Lipliner, 10 bis 45 € für eine Foundation, 8 bis 35 € für einen Blush, 10 bis 35 € für einen Concealer und 8 bis 30 € für ein transparentes Puder.
Diese Spannen variieren je nach Stadt, Linie und Format: Im Drogeriemarkt oft günstiger als in der Innenstadt-Parfümerie, teurer beim Kauf in fester oder nachfüllbarer Form, dafür günstiger im Verbrauch. Das Wichtigste finden Sie im Drogeriemarkt, in der Parfümerie, in der Apotheke und online; Bio-Marken im Reformhaus oder Naturkostfachhandel.
Quellen
- Offizielle Produktseite von Shiseido, MicroLiner Ink (shiseido.com).
- Offizielle Produktseite von Estée Lauder, Double Wear (esteelauder.com).
- Offizielle Seiten der Clarins-Lippenstifte (clarins.com).





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