Haben Sie schon die Schublade aufgemacht, in der sich die Bademode vergangener Sommer stapelt? Das eine hat eine Saison gehalten, das andere hat seine Form verloren, und bei einem haben Sie sich geschworen, nie wieder spontan zu kaufen... Kennen wir alle! Jeden Frühling geht es von vorne los: Wir suchen den Schnitt, der sitzt, den Stoff, der keine Spuren hinterlässt, die Farbe, die nass nicht kippt. Für den Sommer 2027 haben wir die Silhouetten durchgesehen, die sich abzeichnen – und hier sind unsere Lieblingsstücke.

Und das gleich vorweg: Anprobiert haben wir sie nicht. Es sind unsere Favoriten der Saison, für Sie herausgesucht – keine Testurteile, sondern Empfehlungen zum Weitergeben.

Was vergangene Saisons richtig gemacht haben

Bei den Linien setzten die Klassiker auf drei Ideen: Colorblock, grafisches Muster und Schnittführung. Keine davon ist wirklich gealtert! Kein Wunder: Sie arbeiten an der Silhouette, bevor sie an der Farbe arbeiten. Diese Saison sind sie wieder da – in weicheren recycelten Maschen und deutlich saubererem Fall.

Junge Asiatin im Zweiteiler mit grafischem Muster, am Rand eines Steinbeckens sitzend
Das grafische Muster – ein Klassiker, der erst an der Silhouette arbeitet und dann an der Farbe

Das Triangel-Top: ein Sommerklassiker

Der Zweiteiler mit grafischem Muster oder klarem Colorblock bleibt das Statement-Stück am Meer. Die Idee ist unverändert: zwei kontrastierende Flächen, ein klarer Fall, kein Schnickschnack. Beim Schnitt mögen wir besonders das Nackenband, das im Rücken statt am Nacken gebunden wird: Es sitzt besser und zeichnet eine längere Linie!

Rückansicht eines Triangel-Zweiteilers, das Nackenband im unteren Rücken gebunden
Im Rücken gebunden: länger und besser sitzend als am Nacken

Der strukturierte Zweiteiler: Bandeau-Top und High Waist

Das Bandeau-Top und die hoch geschnittene Bikinihose bleiben die beiden starken Schnitte der Saison. High Waist hebt die Taille an, streckt das Bein und sitzt bei Wind besser: davon bekommen wir nicht genug! Das Bandeau-Top dagegen verzeiht weniger. Achten Sie auf eingearbeitete Stäbchen, abnehmbare Träger oder einen Sport-Rücken: Das verändert den Sitz komplett.

Frau im Bandeau-Top und hoch geschnittener Bikinihose unter einem offenen Leinenhemd am Meer
Bandeau-Top und High Waist, getragen unter einem offenen Leinenhemd

Beim Styling gilt: bleiben Sie einfach. Ein Pareo aus Baumwolle, ein offenes Leinenhemd über einem Ton-in-Ton-Look in Creme, flache Sandalen. Das Bademode-Teil trägt das Muster schon – im Layering muss nichts mehr dazukommen.

Der Einteiler: Drapierung, strukturierte Maschen, Dessous-Look

Der drapierte Einteiler und der Dessous-Look mit feiner Stickerei bleiben die beiden elegantesten Ansätze. Die Drapierung funktioniert allerdings nur unter einer Bedingung: die Dichte der Masche. Eine doppelte Lage hält die Form, eine feine Masche zeichnet alles ab. Der entscheidende Handgriff ist, den Fall vor dem Spiegel zu prüfen, nicht auf einem Bildschirmfoto.

Ein Wort zur Ökologie – denn hier wird einiges verkauft, was keiner Prüfung standhält. Bademode komplett aus Naturfasern gibt es praktisch nicht: Die meisten modernen Modelle enthalten Elasthan für Elastizität und Halt; das Trocknen wiederum hängt vor allem von Faser und Masche ab. Was es gibt, sind recycelte Polyamide, teils aus zurückgewonnenen Fischernetzen, oder Maschen mit anerkannten Zertifikaten wie dem Global Recycled Standard, der den Anteil recycelter Materialien bestätigt, oder dem Oeko-Tex Standard 100, der belegt, dass das Produkt geprüft wurde und bestimmte Grenzwerte für einzelne Substanzen einhält – ohne jedes Risiko auszuschließen. Für den Planeten ist das nicht neutral, aber ein Fortschritt gegenüber einer neuen, ungeprüften Masche. Und Hand aufs Herz: „natürlich" auf einem Pflegeetikett von Bademode sagt nichts Nachprüfbares aus.

Für die Haut: Denken Sie nach dem Baden an ein After-Sun mit Aloe vera oder pflanzlichen Ölen, am besten in fester Form oder als Nachfüllpackung – ein Plastikfläschchen weniger.

Zwei Angaben, die Sie vor dem Bezahlen lesen sollten:

  • die genaue Zusammensetzung (Polyamid, Polyester, Elasthan) und ihre Prozentanteile;
  • die Pflege: nach dem Meer in klarem Wasser ausspülen, flach liegend trocknen, kalt waschen.

Das verlängert die Lebensdauer eines Bademode-Teils – mehr als jeder Slogan!

Budget

Beim Preis sind die Unterschiede enorm. Rechnen Sie mit rund 15 bis 45 € im Supermarkt oder im Sportfachhandel, 45 bis 130 € in Dessous-Abteilungen und im mittleren Segment, 70 bis 170 € bei kleinen Labels und aufwendigeren Stücken sowie 200 bis 600 € im Premium-Bereich.

Was den Preis beeinflusst: der Schnitt, das Futter, die Art der recycelten Masche, der Produktionsort und der Kaufzeitpunkt. Die Sale-Zeiträume im Januar und Juli bleiben die günstigste Gelegenheit – und Second Hand ist vor allem im Premium-Segment und bei Designerstücken eine ernstzunehmende Option.

Wo kaufen? Im Markenshop, im Kaufhaus, in der Dessous-Abteilung, im offiziellen Onlineshop oder auf spezialisierten Second-Hand-Plattformen. Seien Sie vorsichtig bei Marktplätzen ohne erkennbaren Verkäufer: Dort lässt sich weder die Herkunft noch das Material prüfen.

Quellen

  • Textile Exchange, Referenzrahmen Global Recycled Standard: textileexchange.org
  • OEKO-TEX, Standard 100: oeko-tex.com