Ende September den neuen Bademoden-Katalog aufzuschlagen, ist jedes Jahr dasselbe Spiel: Die Strandtücher sind längst verstaut, doch die Neuheiten für die kommende Saison hängen schon in den Läden – und plötzlich ist die Lust auf Strand wieder da. Der Sommer 2027 wird jetzt geplant, und die gute Nachricht lautet: Die großen Themen der Bademode haben sich keinen Millimeter bewegt – eine selbstbewusste Sehnsucht nach Retro-Formen und eine deutliche Lust auf kräftige Farben. Also haben wir die Kollektionen durchgesehen, die Lookbooks aufgeschlagen und diesen Teil der Garderobe mit heutigem Blick neu gelesen. Und ehrlich? Triangle-Bikini, Einteiler und Sonnenprints bleiben im Programm – aber in Versionen, die mit denen von vor zwanzig Jahren kaum noch etwas gemeinsam haben.

Der Triangle-Bikini: kaum zu schlagen
Es ist der Schnitt, den man in- und auswendig zu kennen glaubt – und der trotzdem immer feiner wird. Der Zweiteiler besteht noch immer meist aus einem Triangle-Oberteil und einem Unterteil mit hoher Taille, doch das Detail macht den Unterschied: verstellbare Träger, dezente Ringe oder Schnallen, flache Nähte für einen sauberen Fall. Die Bademodenmarken setzen auf einen gut dosierten Minimalismus, mit einem Höschen, das schön auf der Hüfte sitzt, und einem leicht gepolsterten Oberteil für eine natürliche Form. Bei den Farben bleibt man klar: Ecru, Terrakotta, Schokolade, Tiefblau. Hand aufs Herz – dieser moderne Triangle hat an Halt gewonnen, ohne etwas von seiner Leichtigkeit zu verlieren.


Der Einteiler erfindet sich neu
Lange galt der Einteiler als Sportbademode oder als die vernünftige Wahl – heute sieht das ganz anders aus. Das Rezept? Ein formender Schnitt, ein je nach Modell mehr oder weniger tiefer Ausschnitt, feine Träger, die im Nacken gebunden werden, oder ein asymmetrischer Einsatz über einer Schulter – genug, um die Silhouette neu zu zeichnen, ohne einzuengen. Besonders schön sind drapierte Formen, die weich fallen und genau das verbergen, was man verbergen möchte. Strukturierte Strickware, Crêpe oder Rippoptik bringen Struktur ganz ohne Print. Das Ergebnis: ein Badeanzug, den Sie am Strand tragen und danach mit einer weiten Leinenhose oder einem langen Rock. Das Stück hat in der Garderobe eindeutig den Status gewechselt.


Farben, Prints, Extras
Über Bademode zu sprechen, ohne die kräftigen Farben zu erwähnen, geht kaum. Bei den Tönen liegen warme Nuancen vorn: Terrakotta, Ocker, Olivgrün, Schokoladenbraun – dazu Klassiker wie Altrosa und Lagunenblau. Bei den Prints gibt es zwei Familien. Auf der einen Seite grafische Muster, breite Streifen oder deutliches Colorblocking, auf der anderen tropische Anklänge: stilisierte Blätter und verblasste Blumen, sanfter als ein gewöhnlicher Hawaii-Print. Extravaganz steckt auch in den Details: Stickereien, Perlen auf einem Schulterband, metallischer Glanz, Wet-Look. Und wer gern kombiniert: Ober- und Unterteil werden immer häufiger einzeln verkauft – eine willkommene Freiheit, um Größen und Passformen anzupassen.

Was vom Erbe geblieben ist
Zwei Jahrzehnte später ist das Erbe dieser Formen deutlich sichtbar. Der Einteiler ist zu einem vollwertigen Garderobenstück geworden, das Sie genauso am Strand wie mit weiter Leinenhose oder langem Rock tragen. Der Zweiteiler wird oft in Ober- und Unterteil getrennt verkauft, sodass sich Größen und Schnitte frei kombinieren lassen – eine Flexibilität, die damals so nicht üblich war. Auch die Materialien haben sich verändert: recyceltes Polyamid, Fasern aus zurückgeholten Fischernetzen oder Kunststoffabfällen, Textilien, die Chlor- und Salzwasser besser standhalten. Ein Hinweis bleibt wichtig: Eine technische Faser ersetzt nicht die Sonnencreme auf den unbedeckten Stellen, und regelmäßiges Nachcremen bleibt entscheidend.

Apropos Sonnenschutz: Greifen Sie zu einer Formulierung mit mineralischem Filter und prüfen Sie, ob sie ein anerkanntes Siegel trägt – die Angabe „bio“ ist nur etwas wert, wenn sie zertifiziert ist. Auch die Verpackung zählt: eine Tube aus Karton, ein Glasflakon oder ein Nachfüllpack reduzieren Einwegplastik. Und es gibt einen ehrlichen Kompromiss: Manche mineralischen Texturen hinterlassen einen Weißschleier, während eine konventionelle Formel transparenter wirkt – was besser passt, hängt von Ihrem Hautton und davon ab, wie Sie das Produkt nutzen.
Das Wesentliche bleibt unverändert: Ein Badeanzug wird zuerst nach dem Gefühl ausgewählt. Komfort, Halt, Bewegungsfreiheit – und ein bisschen Freude.







Budget
Beim Preis kommt es auf Marke, Schnitt, Material und die Stadt an, in der Sie einkaufen. Bei Discountern und in günstigen Onlineshops liegen Sie für einen Zweiteiler bei rund 15 bis 40 €, für einen Einteiler bei 25 bis 60 €. In Wäschegeschäften und bei mittelpreisigen Bademodenmarken geht es eher bei 50 bis 130 € für das Set los, wobei Ober- und Unterteile häufig einzeln verkauft werden. Für Designerstücke oder eine hochpreisige Marke sollten Sie mit 150 bis 300 € rechnen, je nach Verarbeitung und Produktionsland auch mehr. Auch die Saison spielt eine Rolle: In der Hochsaison ziehen die Preise in Bademodenläden schnell an, gegen Ende des Sommers gibt es Rabatte. Und beim Secondhand-Kauf gilt: Ein Bikini oder Badeanzug, der eine Saison getragen wurde, ist online für einen Bruchteil des Preises zu finden – prüfen Sie aber den Zustand der Gummizüge und die Farbstabilität.
Für den Sonnenschutz rechnen Sie mit 10 bis 25 € in der Drogerie oder Apotheke für eine klassische Größe und eher mit 20 bis 35 € für eine zertifizierte Formel mit mineralischem Filter, die oft in der Parfümerie, im Reformhaus oder online erhältlich ist.
Retro-Codes tragen, ohne wie verkleidet zu wirken. Wählen Sie nur ein Vintage-Element – ein Unterteil mit Knopfleiste, ein einfarbiges Bandeau-Top, einen Obst-Print – und halten Sie den Rest ruhig. Ein Unterteil mit hoher Taille passt gut zu einem glatten Triangle-Top; ein Modell mit tiefem Ausschnitt kombinieren Sie mit einem einfarbigen Pareo oder einem offenen Leinenhemd. Setzen Sie auf blickdichte Materialien und flache Nähte: Der Fall macht viel für die Silhouette aus.
Quellen
- BZgA – Empfehlungen zum UV-Schutz (bzga.de)
- Stiftung Warentest und Öko-Test – Textilien, Bademode und Nachhaltigkeit (test.de, oekotest.de)
- Verbraucherzentralen – Kaufberatung zu Sonnenschutzmitteln und Textilkennzeichnung (verbraucherzentrale.de)





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