Man hört es immer wieder — und es stimmt nicht: Kurzhaarträgerinnen hätten angeblich viel weniger Möglichkeiten, ihre Frisur zu variieren. Ein Irrtum, und ehrlich gesagt ein ziemlich amüsanter, wenn man bedenkt, dass auch lange Haare meist nach demselben Prinzip gestylt werden: Stufen, manchmal ein Pony obendrauf, fertig. Dabei gibt es eine riesige Bandbreite an Kurzhaarschnitten — von der sehr kurzen Garçonne bis zum etwas längeren Baby-Doll-Look, den man je nach Lust und Laune lockig oder glatt trägt, mit Stufen, ausgefräst, mit Strähnen oder Pony, freiem Nacken, grafischem Finish. Genug Auswahl also, um einen Schnitt zu finden, der originell ist, sich leicht stylen lässt und perfekt zur Gesichtsform passt. Und weil das so ist, legen wir direkt mit einer kleinen Auswahl los!
Bei Camille Albane sind die kurzen Schnitte in Bewegung und leuchten, nichts zu Klassisches, dazu muntere Frisuren zum Leben — wir lieben das! Hier: der kurze, bewusst unruhige Carré, hinten stark durchgestuft, vorne bewusst längere Strähnen, damit sich die Frisur leichter stylen lässt und feminin bleibt. Wir mögen den zerzausten Look und die Weichheit der honigfarbenen Strähnen: romantisch und sanft, empfohlen für alle mit vollem, nicht zu feinem Haar — wer sehr feines Haar hat, riskiert, dass die Frisur schnell platt wirkt.

Camille Albane hat auch die weichere Variante des Kurzhaars im Repertoire: klassische Garçonne-Anmutung, ein neu interpretierter Topfschnitt mit langem Pony, leichten Stufen für Volumen und Relief und einer einheitlichen, stark glänzenden Farbe. Wir mögen das Zusammenspiel der Strähnen und den munteren Charme dieses Schnitts — ein kurzer Garçonne-Schnitt, der die Linie des Haares klar nachzeichnet, ideal für eher glattes, feines Haar.

Gleiches Prinzip, aber hinten im Nacken gut durchgestuft und mit mehr Volumen, luftiger. Ordentlich gestylt wirkt er wie ein sehr kurzer Carré vorne, zerzaust wie hier eher rockig. Wir mögen die Idee, ein paar längere Strähnen stehen zu lassen — das schafft Spielraum, kann aber schwieriger zu stylen werden, sobald das Haar ein paar Millimeter nachgewachsen ist. Von Dessange.
Extrem kurz, gut durchgestuft vom Oberkopf bis in den Nacken, dazu ein fein ausgedünnter Minipony und eine kräftige Farbe — die feminine Version, wenn Sie sich ganz kurze Haare wünschen. Von Jacques Fourcade.

Rund und weich: dieser Dessange-Carré mit kräftigem, seitlich gestyltem Pony. Leichte Stufen im Nacken für mehr Volumen, dazu wohlig warme Reflexe.
Aber Kurzhaar kann auch Locken so richtig zur Geltung bringen — Beweis: dieser leuchtende, sehr puppenhafte Carré! Langer Pony und leichte Stufen bändigen Locken und Volumen. Ganz einfach — und einfach zum Verlieben!
Ultra durchgestufter Carré für maximales Volumen und Bewegung, dazu ein fein ausgedünnter Minipony. Für den Effekt „aufgehender Locken“ wird mit einer kleinen Rundbürste gearbeitet — ein sehr hübscher grafischer Schnitt, der im Alltag aber nicht ganz ohne ist. Ebenfalls von Dessange.

Gleiches Prinzip wie beim Lockenkopf oben, nur bleiben diesmal die Ansätze glatt, während Längen lockig und gestuft sind — so kommen die Locken richtig zur Geltung. Romantisch, und von Jacques Fourcade.
Grafisch kurz, glatt geföhnt, fein ausgedünnte Stufen, Pony seitlich gestylt, im Nacken länger — stylish und elegant. Aber Achtung: Halten Sie Stylingwachs bereit! Von Vog.
Wir mögen auch diesen halblangen Carré, dem seitlich und am Oberkopf mit Stufen Volumen gegeben wurde. Seitlich gescheitelt wirkt er glamourös und erlaubt durch seine Länge alle möglichen Styling-Varianten — zum Beispiel einen lockig-zerzausten Look wie unten.
Ebenfalls zum Verlieben — und diesmal klassischer: der sehr puppenhafte Carré, kurz, mit perfektem Pony und makellos glatt geföhnt. Der Schnitt, der einfach immer Charakter hat, auch wenn man ihn schon tausendmal gesehen hat! Wieder von Vog.
Gleiches Prinzip, nur etwas länger und leicht schräg geschnitten für den Hauch von Originalität. Der stark ausgeprägte A-Schnitt ist zwar durch, aber ein dezenter Gegenschwung zu einem gerade geschnittenen Pony macht durchaus etwas her. Von Franck Provost.
Jung und voller Pep: kurzer Carré, hinten im Nacken gut durchgestuft, vorne etwas länger. Eine breite, längere Strähne wird zur Seite gestylt, dazu ausgedünnte Partien und ungleich lange Längen — ein grafischer, modischer Schnitt! Von Franck Provost.
Wieder ein Franck-Provost-Carré, gestuft, mit perfektem Pony, diesmal aber zerzaust gestylt — für einen frischen, wachen Look!
Sehr kurzer, gestufter Carré mit rundem Umriss, dazu ein dichter, gerade geschnittener Pony. Wer die runde Form auflockern und für mehr Bewegung und Volumen sorgen will, zerzaust die Längen ein wenig. Von Sergio Bossi.
Sehr angesagt: kurzer Carré mit feinen Locken, dazu ein glatt geföhnter, schnurgerade geschnittener Pony. Wieder dieser Puppen-Look zum Verlieben — bei Brünetten genauso wie bei Blondinen! Ebenfalls von Sergio Bossi.
Hübscher honigfarbener Carré, glatt geföhnt, aber schön zerzaust, mit „wilder“ seitlicher Scheitellinie, ausgedünnten Spitzen und eher zurückhaltenden Stufen — eine weiche, trendige Frisur mit einem Hauch Originalität. Von Jacques Fourcade.
Gleicher Friseur, hier mit einem leicht retrohaften Carré mit kleinem Pony und romantischen Wellen.
Carré bis unters Ohr, stark durchgestuft und leicht schräg, obenauf ein Minipony — der muntere Schnitt von Eric Zemmour.
Bei Eric Zemmour wird das Kurzhaar auf der einen Seite leicht, zart, zerzaust und mit Strähnen für mehr Volumen und Tiefe gearbeitet. Auf der anderen Seite wirkt es verführerisch, ebenfalls mit Strähnen, sogar glänzend, schön ausgedünnt und gestuft, gestylt mit einer gewissen Disziplin, aber trotzdem voluminös und modisch!
Je kürzer der Schnitt, desto mehr kommt es auf den Styling-Griff an. Bei einem sehr kurzen Carré mit dichtem, gerade geschnittenem Pony bricht ein leichtes Zerzausen der Längen die zu runde Form auf und bringt Bewegung hinein. Ein paar Sekunden Föhn an den Ansätzen, eine haselnussgroße Menge Schaumfestiger oder Wachs — und der Look sitzt. Genau dieser Handgriff macht den Unterschied am Morgen. Ein Salontermin alle vier bis sechs Wochen genügt dann, damit die Linie scharf bleibt, wenn die Spitzen nachwachsen.
Budget
Rechnen Sie für einen reinen Haarschnitt in Deutschland je nach Stadt und Salon mit grob 30 bis 50 € im Nachbarschaftssalon, etwa 45 bis 80 € in einer Kette oder einem Innenstadtsalon und in einer Signature-Adresse oder einer Metropole wie München, Frankfurt oder Hamburg häufig 80 € und mehr. Der Preis steigt mit der Haarlänge, der Technik — fein ausgedünnte Stufen, grafische Schnitte, Lockenarbeit — und dem Ruf des Friseurs. Die genauen Tarife unterscheiden sich regional deutlich, ein Blick auf die Preisliste vorab lohnt sich. In den meisten Salons ist ein Finish mit inbegriffen: Fragen Sie immer nach dem Preis, bevor Sie sich in den Stuhl setzen, und rechnen Sie den Auffrischungstermin alle vier bis sechs Wochen mit — ein Posten, der sich übers Jahr summiert.





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