Wer das kennt, weiß, wie sehr es im Alltag nervt: kraftlose, platt am Kopf liegende Haare, die schnell fettig und glanzlos wirken und sich schwer stylen lassen. Bei zu fettiger Kopfhaut gehört das für viele zum Alltag – bei manchen stärker, bei manchen schwächer.

Junge gemischtrassige Frau hält eine Flasche Shampoo mit Tonerde in einem hellen Badezimmer

Warum produziert die Kopfhaut zu viel Sebum? Sollten Sie öfter waschen oder die Haarwäsche eher hinauszögern? Reichen milde Formulierungen aus? Das sind die Fragen, die am häufigsten zurückkommen. Gute Nachricht: Das ist weder Zufall noch Schicksal. Was funktioniert, ist weder ein Waschverbot noch der ständige Einsatz von aggressiven Produkten, sondern eine gut abgestimmte Routine.

Nahaufnahme leicht glänzender Ansätze von braunem Haar bei weichem Tageslicht

Warum haben wir fettige Haare?

Schuld ist das Sebum, das unter dem Einfluss bestimmter Hormone im Überschuss produziert wird. Es zeigt sich zuerst auf der Kopfhaut und verteilt sich dann nach und nach in den Längen. Dieser Prozess ist natürlich – deshalb müssen wir alle unsere Haare regelmäßig waschen, ob trocken oder fettig. Bei manchen Menschen geht es jedoch deutlich schneller, weil mehr Sebum produziert wird.

Dabei ist Sebum kein Übeltäter: Es ist nicht ohne Grund da. Produziert von den Talgdrüsen, die in der Dermis der Kopfhaut sitzen, ist es kein Abfallprodukt. Seine Aufgabe? Den Haarschaft schmieren, den Wasserverlust begrenzen und zur Schutzbarriere der Haut beitragen. Das Problem ist also nicht seine Anwesenheit, sondern sein Überschuss – und mit Tabak, Umweltverschmutzung, Coloration und Co. hat es reichlich zu tun.

Flasche René Furterer Shampoo für fettige Kopfhaut auf einem Regal
Die Linie für fettiges Haar von René Furterer, in der Apotheke

Umweltverschmutzung, Hitze, lange getragene Helme oder Mützen und zu seltene Haarwäschen verstärken das Unbequemlichkeitsgefühl. Das Sebum entsteht an den Ansätzen und wandert anschließend entlang der Haare: daher das doppelte Bild – eine glänzende Kopfhaut und beschwerte Längen.

Trockenshampoo-Spray von Klorane auf einem Badezimmerregal
Klorane Trockenshampoo: der Frischekick zwischen zwei Haarwäschen

Das Problem: Nicht selten gehen mit fettigen Haaren auch Schuppen einher – meist wenig beliebt – und häufige Haarwäschen, die bei zu aggressiven Produkten die Lage nicht verbessern. Ein Sebumüberschuss kann mit Unbehagen oder Schuppen einhergehen; bei Haarausfall ist medizinischer Rat empfehlenswert.

Die Lösungen?

Die Sebumproduktion zu begrenzen ist schwierig, denn wie wir gesehen haben, sind unsere Hormone die Ursache.

Wenn Sie diese Beeinträchtigung besonders belastet, können Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen. Dort kann eine passende Behandlung verschrieben werden.

Wenn die Beeinträchtigung jedoch „im Rahmen“ bleibt, können Ihnen die folgenden Tipps helfen, damit die Haare nicht zu schnell wieder nachfetten.

Erster Anhaltspunkt, und er beruhigt: Sich täglich oder alle zwei Tage mit einem milden Produkt und sorgfältigem Ausspülen die Haare zu waschen, schädigt die Haarstruktur nicht. Die Haarwäsche nur hinauszuzögern, um die Kopfhaut zu „gewöhnen“, ist nicht belegt und verstärkt oft sogar das Unbehagen.

Fettige Haare: Pflegeroutine für den Alltag

Beginnen Sie mit einer geeigneten Haarwäsche. Shampoos oder Bäder auf Tonerde-Basis sind für fettige Haare besonders geeignet: Tonerde hat eine starke absorbierende Kraft, hilft, überschüssiges Sebum aufzunehmen, und reinigt die Kopfhaut. Einige Shampoos mit ätherischen Ölen werden für fettige Haare angeboten; ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit variieren je nach Formulierung. Zum Ausprobieren: die Linie für fettiges Haar von René Furterer.

Denken Sie daran, bei jeder Haarwäsche zweimal zu shampoonieren: Das erste Mal, um Staub, Schmutz und Rückstände zu entfernen; das zweite, kürzere Mal, um die Kopfhaut zu reinigen, und das Shampoo einige Minuten einwirken zu lassen. Massieren Sie mit den Fingerspitzen, niemals mit den Nägeln, und spülen Sie anschließend lange mit lauwarmem Wasser aus – sehr heißes Wasser stimuliert die Hautempfindlichkeit und beeinträchtigt den Lipidfilm.

Junge asiatische Frau massiert ihre Kopfhaut mit den Fingerspitzen über einem Waschbecken
Zwei Durchgänge, eine kurze Massage, langes Ausspülen: der richtige Rhythmus

Sie können auch eine Pflege einsetzen: Einige Masken sind speziell für fettige Haare gedacht und beschweren sie nicht, während sie das Haar pflegen.

Zwischen zwei Haarwäschen können Sie Trockenshampoos ausprobieren. Klorane hat zum Beispiel eine Linie entwickelt, die sich auf trockenem Haar anwenden lässt: aufsprühen, kurz einwirken lassen und ausbürsten. Es hat nicht die gleiche Waschkraft wie ein klassisches Shampoo, ermöglicht aber einen kleinen Frischekick, bis zur nächsten gründlichen Reinigung.

Denken Sie daran, Shampoo und Pflege regelmäßig zu wechseln: Auf Dauer hat man oft den Eindruck, das Produkt wirke nicht mehr so gut wie bei den ersten Anwendungen.

Vermeiden Sie es schließlich, sich „ständig“ mit den Händen durch die Haare zu fahren: Diese kleine Geste wirkt harmlos, fördert aber die Verteilung des Sebums in den Längen und Spitzen. Eine saubere Bürste, häufig gewechselte Kissenbezüge, Trocknen mit Abstand bei warmer Luft und anschließendes Finish mit Kaltluft: Genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied.

Fettige Haare: Pflegetipps für den Alltag

Wenn zusätzlich Haarausfall hinzukommt – das kommt vor, in bestimmten Fällen auch bei Frauen –, ist medizinischer Rat besser als das Ausprobieren immer neuer Produkte. Behalten Sie bis dahin Ihre milde, regelmäßige Routine bei: Das ist schon viel wert.

Fettige Haare: Kopfhautpflege und Haarwäsche

Der entscheidende Handgriff: zwei Shampoo-Durchgänge, eine Massage mit den Fingerspitzen – nie mit den Nägeln – und länger ausspülen, als Sie denken.

Budget

Beim Budget müssen Sie sich nicht ruinieren: Rechnen Sie mit etwa 5 bis 15 € für ein mildes, geeignetes Shampoo, 8 bis 15 € für ein Trockenshampoo und 10 bis 25 € für eine spezielle Maske. Die oben genannten Marken liegen eher im oberen Bereich dieser Spannen, und Friseurformate kosten noch mehr. Der Preis hängt vor allem von der Füllmenge, der Zusammensetzung und der Verkaufsstelle ab – in der Apotheke oder Parfümerie lohnt es sich, vor dem Kauf einer großen Flasche um eine Probe zu bitten.

Quellen

  • Société française de dermatologie (sfdermato.org), für die fachlichen Eckpunkte zu Kopfhaut und Haarausfall (Originalquelle).
  • Assurance Maladie – ameli.fr, für den Weg zur dermatologischen Konsultation (Originalquelle).
  • Für Deutschland: BZgA (bzga.de) und Verbraucherzentralen als lokale Anlaufstellen für Gesundheits- und Verbraucherinformationen.