Sommer-Wehwehchen: Die richtigen Maßnahmen für entspannte Urlaubstage

Eine Sandale, die reibt, ein Sonnenbrand, der sich langsam auf den Schultern ausbreitet, ein kleiner Juckreiz, der sich am späten Abend einstellt … Hand aufs Herz: Der Sommer hat die Gabe, einen perfekten Tag in ein kleines körperliches Chaos zu verwandeln. Meist ist das nicht dramatisch, aber die nächsten Minuten entscheiden: Was Sie tun – und vor allem, was Sie vermeiden –, bestimmt, wie der Tag endet. Ein Überblick über die kleinen Beschwerden der warmen Jahreszeit – mit einem roten Faden: der Vorbeugung.

Quallenstiche: Salzwasser, sonst nichts

Man kommt aus dem Wasser mit diesem Brennen am Unterarm, und der erste Reflex ist oft falsch: mit Süßwasser abspülen. Typischer Fehler! Süßwasser lässt die Nesselzellen, die auf der Haut geblieben sind, platzen und setzt mehr Gift frei. Die richtige Reaktion ist Meerwasser – oder sterile Kochsalzlösung, falls vorhanden. Spülen Sie vorsichtig, ohne zu reiben oder zu kratzen, und berühren Sie die Fäden auf keinen Fall mit bloßen Händen: Eine Pinzette erledigt die Arbeit. Spülen Sie erneut mit Salzwasser, bis der Schmerz nachlässt, und tragen Sie dann ein Antiseptikum auf.

Hausmittel wie Urin, Alkohol und Essig sind nicht in jeder Situation belegt und können die Reizung sogar verstärken. Wenn der Stich Gesicht oder Oberkörper betrifft oder sich innerhalb von Minuten eine allgemeine Reaktion zeigt (Nesselsucht, Schwellung, Atemnot), zögern Sie nicht: Notruf 112.

Eine Frau kniet am Meer und spült ihren Unterarm mit Salzwasser

Mücken: Vorbeugung vor dem Spray

Die Asiatische Tigermücke hat sich in Teilen Deutschlands etabliert und sticht vor allem tagsüber – auch im Garten oder im Urlaub. Moskitonetz, lange Kleidung, das Entleeren von stehendem Wasser (Untersetzer, Eimer, Gießkannen): Diese Maßnahmen zählen genauso viel wie das Repellent auf der Haut. Zu den Wirkstoffen, die Gesundheitsbehörden wie die BZgA als wirksam einstufen, gehören DEET, IR3535, Icaridin und Citriodiol. Produkte mit ätherischem Citronella-Öl können helfen, schützen aber nur kurz.

Vorsicht jedoch: Ein „natürliches“ Produkt ist niemals harmlos. Ätherische Öle werden bei Kleinkindern und in der Schwangerschaft nicht empfohlen – für diese Gruppen sind bedeckende Kleidung und ein Moskitonetz die praktischere Wahl. Wenn der Stich juckt, kann ein kühlendes Gel lindern. Bei starker Schwellung, Überwärmung oder Ausbreitung suchen Sie ärztlichen Rat.

Ein Mückenschutzmittel in einer Flasche aus bernsteinfarbenem Glas, daneben ein Moskitonetz und langärmlige Leinenkleidung

Blasen: nicht aufstechen

Neue Schuhe, Sand, Schweiß: Die Füße leiden schnell, und eine Blase ist gewissermaßen ein steriler Verband, den die Haut selbst bildet. Lassen Sie sie also intakt und widerstehen Sie der Versuchung, sie aufzustechen. Decken Sie sie mit einem hydrokolloiden Blasenpflaster oder einem Schutzgel ab, um die Reibung zu verringern, und wechseln Sie das Pflaster, sobald es sich ablöst. Öffnet sich die Blase von selbst, reinigen Sie die Stelle mit Wasser und Seife und schützen sie anschließend.

Ausbreitende Rötung, lokale Überwärmung, Eiter? Das sind Anzeichen einer Infektion: Gehen Sie zur Apotheke oder in eine ärztliche Praxis, ohne es aufzuschieben.

Ein Fuß auf Leinenstoff, auf der Ferse ein hydrokolloides Blasenpflaster

Sonnenbrand: Vorbeugung zuerst

Ehrlich gesagt: Keine Creme schützt zu 100 %. Was hilft, ist die Kombination. Ein hoher Lichtschutzfaktor – LSF 50 bei den ersten Sonnenbädern und für helle Haut –, großzügig alle zwei Stunden auftragen und nach jedem Baden oder Schwitzen erneuern. Suchen Sie zwischen 12 und 16 Uhr den Schatten, bedecken Sie sich und behalten Sie im Kopf, dass ein Sonnenbrand in der Kindheit das Risiko für Melanome im späteren Leben erhöht. Das soll keine Angst machen, sondern dafür sorgen, dass die Creme nicht die einzige Schutzlinie bleibt.

Bei der Produktwahl bescheinigt ein Bio-Siegel wie Cosmos Organic eine Zusammensetzung nach dem gleichnamigen Standard – nicht die Wirksamkeit. Entscheidend sind vor allem der angegebene LSF und der UVA-Schutz. Für die Umwelt ist eine Tube oder ein Nachfüllpack sparsamer als ein Pumpspender. Sonnenbrand schon da? Kühlen Sie die Haut, trinken Sie Wasser, tragen Sie eine rückfettende Creme auf. Weder Eis noch Butter noch Zahnpasta – das sind keine guten Ideen. Großflächige Blasen, Fieber oder Kreislaufbeschwerden: ärztlich abklären lassen.

Sonnencreme mit LSF 50 in einer nachfüllbaren Tube auf Sand neben einem Hut

Der stille Retter im Strandgepäck: Halten Sie eine kleine Tasche im Strandgepäck bereit. Ein Antiseptikum in Einzeldosen, eine Pinzette, Kompressen, hydrokolloide Pflaster, ein Mückenschutzmittel, ein Gel nach Insektenstichen, eine rückfettende Creme. Mehr nicht: Alles andere entscheiden Sie im Einzelfall – am besten mit Ihrer Apotheke vor Ort.

Dehydrierung: Trinken, bevor Sie Durst haben

Der Körper verliert Wasser, ohne dass man es merkt – besonders in der Sonne, selbst im Schatten, selbst im Wasser. Trockener Mund, dunkler Urin, Kopfschmerzen, Schwindel: Das sind Warnzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten. Gehen Sie in den Schatten und trinken Sie regelmäßig kleine Schlucke. Säuglinge, ältere Menschen und Sporttreibende sind besonders gefährdet – und Alkohol verstärkt die Dehydrierung. Das ist nicht immer die fröhlichste Urlaubserinnerung, aber eine nützliche.

Sonnenstich und Hitzschlag: nicht verwechseln

Bei einem Sonnenstich ist der Körper überhitzt und kann sich nicht mehr regulieren: Kopfschmerzen, Übelkeit, Hitzegefühl im Gesicht, Schläfrigkeit. Gehen Sie ins Kühle, halten Sie Kopf und Nacken unter kaltes Wasser, trinken Sie ausreichend – und rufen Sie den Notruf 112, wenn die Symptome anhalten oder ein Kind betroffen ist. Im Zweifel gilt: Lieber in einen kühlen Raum setzen und ein Glas Wasser trinken, als sich einen Schnupfen einzuhandeln, der drei Tage bleibt.

Beim Hitzschlag ist es ernster: Verwirrtheit, sehr heiße Haut, Bewusstlosigkeit. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall – rufen Sie 112 und bringen Sie die Person bis zum Eintreffen der Rettungskräfte in den Schatten. Zur Vorbeugung: Hut, helle, weite Kleidung, ausreichend Wasser, Nickerchen im Schatten. Und lassen Sie niemals jemanden in einem geparkten Auto, auch nicht für zwei Minuten.

Was am Ende bleibt

Es gibt kein Patentrezept für einen Urlaub ohne Wehwehchen, nur eine Handvoll einfacher Maßnahmen, die mit der Zeit zu Reflexen werden. Mit Salzwasser spülen, eine Blase nicht aufstechen, auf kombinierten Sonnenschutz setzen, eine Trinkflasche in Reichweite haben. Der Rest – juckende Stiche, aufziehender Sonnenbrand – lässt sich mit gesundem Menschenverstand und, wenn nötig, mit Rat von medizinischem Fachpersonal lösen, ohne daraus ein Drama zu machen. Schöne Ferien, und vergessen Sie den Hut nicht!

Budget

Für die Strandtasche sollten Sie rechnen: etwa 10 bis 25 € für eine Sonnencreme mit LSF 50, je nach Inhalt und Marke; 8 bis 20 € für ein Mückenschutzmittel; 5 bis 12 € für eine Packung hydrokolloide Blasenpflaster; 5 bis 15 € für ein kühlendes Gel nach Insektenstichen. Ein Antiseptikum in Einzeldosen und Kompressen kosten nur wenige Euro. Der Preis variiert je nach Stadt, Größe, Zusammensetzung und Einkaufsort – Apotheke, Drogerie, Parfümerie, Supermarkt oder Onlinehandel.