Tie & Dye – sagt Ihnen das etwas? Sicher sind Ihnen diese psychedelischen, knallbunten Muster schon begegnet: auf T-Shirts, Schals oder Wandbehängen. Vielleicht auf einem alten Stück aus der wilden Jugend Ihrer Eltern oder Großeltern, vielleicht aber auch gerade jetzt im Laden – denn die Technik ist zurück in den Trendregalen. In den 1960er-Jahren war Tie & Dye groß in Mode. Dahinter steckt eine Methode, mit der aus Stoff, Textilfarbe und ein paar Gummiringen aus alten, langweiligen Kleidungsstücken grafische Farbexplosionen werden. Zu Hause ist das gut machbar und ein kreativer Zeitvertreib für einen ganzen Nachmittag. Hier entlang.

Tie heißt binden, dye heißt färben – treffender könnte der Name kaum sein. Sie drehen oder falten den Stoff nach einem bestimmten Schema, binden ihn in der entstandenen Form ab, und so entstehen ganz unterschiedliche Motive. Wird die Textilfarbe anschließend auf den äußeren Teil der abgebundenen Zone aufgetragen, färbt sie genau das Muster, das Sie angelegt haben.

Junge Frau mit Handschuhen bereitet auf dem Balkon ihre Färbelösung vor, die Atemmaske liegt daneben

Für eine bunte Spirale fassen Sie den Stoff an einem zentralen Punkt zusammen und drehen den Rest des Stücks darum herum, bis die gewünschte Größe erreicht ist. Die entstandenen Falten bündeln Sie und umwickeln sie fest mit einem Gummiring oder einer Schnur – danach kommt die Farbe ins Spiel.

Für konzentrische Kreise fassen Sie den Stoff genau dort zusammen, wo die Kreise entstehen sollen, und formen eine kleine Rolle, die Sie an mehreren Stellen mit Gummiringen abbinden. Diese Ringe markieren später die Kreise: Setzen Sie sie also an den Stellen, an denen Sie das Muster haben möchten.

Anschließend tauchen Sie den Stoff in Ihr Becken mit Wasser, Farbe in Ihrer Wunschfarbe, grobem Salz und Farbfixierer. Alle Angaben – Mengen und Einweichdauer – stehen auf der Packung Ihrer Textilfarbe. Danach ausspülen. Zum Schluss die Gummiringe lösen und das Ergebnis entdecken.

Farbpulver wird in eine Schüssel mit heißem Wasser gegeben, daneben steht eine kleine Schale mit Salz

Sie können auch eigene Falttechniken ausprobieren und sich ganz persönliche Muster ausdenken. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Und scheuen Sie sich nicht, verschiedene Faltungen an einem einzigen Stoffstück zu kombinieren – so entsteht eine echte Mustervielfalt.

Zusammengerollter Stoffstrang, von mehreren Gummiringen in gleichmäßigem Abstand gehalten

Auch wenn Tie & Dye seinen Höhepunkt in den 1960er-Jahren in der Hippie-Szene hatte, hat die Modebranche das Beste davon übernommen. Man denkt an Sommerkleider in Schwarz-Gold mit Tie-&-Dye-Muster, wie gemacht für ausgedehnte Sonnenbäder, oder an Modelle, die Rosa bis Braun durchspielen.

Hände falten ein weißes T-Shirt in enge Falten und fixieren sie mit einem Gummiring

Was es kostet

Tie & Dye gehört zu den kreativen Aktivitäten, die das Budget nicht sprengen. Für Textilfarbe und Fixierer sollten Sie mit etwa 10 bis 20 € rechnen – erhältlich in der Drogerie, im Kurzwarengeschäft, im Supermarkt oder online. Das grobe Salz steht ohnehin schon in Ihrer Küche. Beim Stoff müssen Sie nichts investieren: Ein altes weißes T-Shirt oder ein ausgedientes Bettlaken reichen für einen ersten Versuch völlig aus. Teurer wird es erst, wenn Sie zu einem Komplett-Set greifen oder ein großes Stück Stoff färben möchten.

Ein Tipp zum Schluss: Testen Sie die Technik lieber erst an einem alten T-Shirt, bevor Sie eines Ihrer schönsten Kleider aufpeppen.