Sie stehen vor Ihrem Schrank und schwanken zwischen dem zu engen Hemd aus der Schulzeit und dem formlosen Sonntagssweatshirt. Die Herrenmode 2026 verlangt nicht, dass Sie alles neu kaufen. Sie verlangt, dass Sie drei oder vier Teile auswählen, die miteinander arbeiten.

Der weiche Blazer ersetzt die starre Jacke
Die eigentliche Wende der letzten Saisons: Der starre Anzug wird zugunsten einer unstrukturierten Jacke aufgegeben. Kein schweres Futter, keine überbaute Schulter: gerade Linie, etwas Spielraum im Oberkörper, ein Material, das lebt – Leinen, leichte Wolle, Baumwollmischung. Der Fall entscheidet.
Sie tragen ihn über einem schweren T-Shirt und einer geraden Jeans – fertig. Von Anthrazit bis Tabakbraun taucht diese Silhouette überall auf, vom Designer bis zur erschwinglichen Marke. Der Vorteil? Sie folgt der Schulter, statt sie zu korrigieren, was nahezu allen Körperformen entgegenkommt.

Raw Denim: die verlässliche Wahl
Die Jeans hat nichts von ihrer Kraft verloren. Geändert hat sich der Schnitt: Schluss mit Slim und tiefem Bund, jetzt gerade oder leicht weites Bein. Raw Denim, der nicht ausgewaschen ist und mit Ihrem Tempo patiniert, bleibt das vielseitigste Stück der Herrengarderobe – es funktioniert im kompletten Look wie am Sonntag.
Pflege: auf links, kalt, so selten wie möglich. Amerikanische und japanische Häuser haben ihre Selvedge-Stoffe wieder aufgelegt, und im Secondhand-Bereich gibt es viele kaum getragene Jeans. Ein guter erster Schritt, bevor Sie neu kaufen.

Strickpolo, Version 2026
Das Polo hat die Kleiderschränke nie wirklich verlassen. Lacoste, das es in den 1930er-Jahren populär machte, bietet weiterhin eine überarbeitete Version an. Der aktuelle Trend geht jedoch zu feinem Strick: gekämmte Baumwolle, Merinowolle, offener Kragen mit zwei Knöpfen, gerader Schnitt.
Zum Abendessen in eine Bundfaltenhose gesteckt, am Wochenende locker zur Leinenshorts. Der entscheidende Handgriff: Ein Polo in Ihrer tatsächlichen Größe wirkt mehr als eines, das zu groß ist und in dem Sie schwimmen.

Haut und Kopfhaut: Pflege ist kein Tabu mehr
Die Männerabteilung bot lange eine Creme und ein Duschgel – Punkt. Parfümarme Gesichtsfeuchtigkeitscremes, leichte Texturen und tägliche Sonnenschutzprodukte sind selbstverständlich geworden. Hier ehrlich gesagt: Ich habe diese Pflegeprodukte nicht getestet, ich habe mich informiert.

In der Apotheke oder Drogerie decken dermatologische Marken das Wesentliche ab: sanfter Reiniger, Feuchtigkeitspflege, SPF 50 für das Gesicht. Wenn Ihnen kurze Formulierungen und ein nachfüllbarer oder gläserner Behälter wichtig sind, gibt es Öle und Balsame natürlichen Ursprungs – aber schauen Sie auf die Inhaltsstoffe statt auf das Wort „natürlich“ auf dem Etikett, das für sich genommen nichts garantiert. Bei reaktiver Haut ist eine dermatologisch getestete konventionelle Pflege manchmal die beste Wahl: ein Kompromiss, kein Verzicht.

Wenn die Kopfhaut spannt, kann ein Pre-Shampoo-Öl etwas Komfort bringen. Bei anhaltendem Juckreiz sollten Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen fragen.
Accessoires, die die Silhouette neu rahmen
Eine gut gewählte Brille wirkt mehr als ein Blazer. Die Regel hat sich nicht geändert: Die Fassung gleicht die Gesichtsform aus. Rundes Gesicht, kantige Fassung; längliches Gesicht, breite Fassung.


Bei den Schuhen dominieren Sneaker, die vom Running der 1970er- und 1980er-Jahre inspiriert sind; oft werden sie zu einer weiten Hose getragen, um das Volumen auszugleichen. Und die Umhängetasche, lange Reisenden vorbehalten, ist zu einem gewöhnlichen Accessoire für Männer geworden.
Mein Tipp aus der Testpraxis: Fotografieren Sie vor dem Kauf Ihre drei Lieblingsteile und prüfen Sie, ob sie sich kombinieren lassen. Eine funktionierende Garderobe sind selten zehn neue Teile, sondern fünf, die miteinander sprechen.
Budget
Was kostet das Ganze? Die folgenden Spannen sind Richtwerte, die für den französischen Markt beobachtet wurden – keine offiziellen Preise. In Deutschland können sie abweichen.
- Polo aus Baumwollstrick: rechnen Sie mit 25 bis 60 € im Kaufhaus oder bei Einstiegsmarken, 80 bis 150 € im Prêt-à-porter.
- Unstrukturierter Blazer: 90 bis 200 € im erschwinglichen Prêt-à-porter, 250 bis 500 € bei Designern. Leinen liegt oft höher als Baumwolle.
- Raw Denim: 60 bis 120 € für einen Klassiker, 150 bis 250 € für japanischen Selvedge.
- Sonnenbrille: 25 bis 60 € im Kaufhaus, 90 bis 250 € beim Optiker.
- Gesichtspflege: 10 bis 25 € in Apotheke, Drogerie oder Supermarkt für eine Feuchtigkeitscreme oder SPF, bis zu 50 € in der Premium-Linie.
- Pre-Shampoo-Haarlöl: 15 bis 45 € je nach Inhalt, in der Apotheke, im Reformhaus oder online.
- Schnitt im Salon oder beim Barbier: 25 bis 60 € in der Stadt, mehr in einem hochwertigen Salon.
Was den Preis beeinflusst: Material, Herstellungsort, Stadt, Saison und vor allem Secondhand. Auf Resale-Plattformen finden Sie Markenstücke zum halben Preis, manchmal nie getragen. Fangen Sie dort an, bevor Sie für einen Trend Ihr Sparschwein plündern.
Quellen
- Institut français de la mode (IFM) – wirtschaftliche Publikationen zum Bekleidungsmarkt (Frankreich).
- ADEME – öffentliche Dossiers zu Umweltwirkung von Textilien und zur Pflege von Kleidung (Frankreich).
- Refashion – französischer Öko-Organismus für die Textil-, Haushaltswäsche- und Schuhbranche.
- Légifrance – loi n° 2020-105 vom 10. Februar 2020 (loi AGEC), Abschnitt Umweltkennzeichnung von Textilprodukten.
- Offizielle Lacoste-Website zur Geschichte des Polos.





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