Sie kennen das: Sie drehen das Etikett Ihres T-Shirts um und fragen sich, wer es eigentlich genäht hat. 2007 war dieser Reflex noch längst keine Selbstverständlichkeit. Heute gehört die Frage nach der Herkunft fest zur Garderobe dazu.

Ein Preis, zwölf Labels, ein Pariser Museum

Damals vergab die französische Fédération française du prêt-à-porter féminin zum fünften Mal ihren Prix Élan de la mode. Ausgezeichnet wurden zwölf engagierte Marken — für ihren kreativen Mut ebenso wie für ihren Anspruch, Mode und fairen Handel zusammenzubringen. Die Verleihung fand im Musée des Arts décoratifs in Paris statt, unter der Schirmherrschaft von Lady Owen Jones, UNESCO-Botschafterin des guten Willens.

Article 23 war unter den Preisträgerinnen. Hinter dem Label stehen die Compagnie du Commerce Équitable und der Designer Adam Love; verarbeitet wird fairer Bio-Baumwollstoff mit Max-Havelaar-Zertifizierung. Die Linien verbinden Abendgarderobe und Sportswear, mit offenem Bezug zu den Fünfzigern und Siebzigern. Genäht wird in Indien — nach eigenen Angaben entstehen dort 120 Arbeitsplätze für Frauen, wo die Kaste den Zugang zur Arbeit oft versperrt. Vertrieben wird über das Netzwerk Alter Mundi.

Eine junge Frau trägt ein Stück aus Bio-Baumwolle mit weichem Fall, Schnitt inspiriert von den Siebzigern
Bio-Baumwolle aus fairem Handel, Siebziger-Schnitt: ein Look, der seine Herkunft sichtbar macht
Ein schwarzes Set im Studio: enges Top und weite Hose aus Bio-Baumwolle
Enges Top und weite schwarze Hose im Set: die Garderobe von Article 23 setzt auf Schlichtheit

Was davon bleibt

Die Seite von 2007 ist vergilbt. Die Frage ist dieselbe geblieben.

Heute zerlegen Sie ein Konzept, ohne einem Label blind zu glauben. GOTS regelt Bio-Baumwolle von der Faser bis zum fertigen Produkt. Fairtrade Max Havelaar France garantiert den Erzeugern einen Mindestpreis. Der OEKO-TEX Standard 100 begrenzt Schadstoffe im Gewebe. B Corp wiederum bewertet die Unternehmensführung eines ganzen Betriebs.

Der eigentliche Wandel liegt im Material, das man heute so auswählt wie einen Schnitt: ein dichter Bio-Jersey, eine nachvollziehbare Färbung, ein Fall, der beim Waschen nicht ausleiert. Genau das hält eine Silhouette über die Saisons hinweg — verlässlicher als ein auffälliger Print.

Der eine Handgriff, der in der Umkleide alles verändert: erst die Materialzusammensetzung lesen, dann den Preis anschauen. Steht weder auf dem Etikett noch in der Produktbeschreibung ein Label, sollten Sie davon ausgehen, dass keine Zertifizierung ausgewiesen wird.

Drei Silhouetten der Kollektion aus Bio-Baumwolle, verschiedene Schnitte im Studio
2007 aufgelegt: die Kollektion Article 23 variierte Bio-Baumwolle und Siebziger-Linien

Budget

  • T-Shirt aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle: rechnen Sie mit etwa 25 bis 45 €
  • Ökologisch konzipierte Jeans, Fertigung in Europa: 80 bis 150 €
  • Sneaker aus recycelten Materialien: 90 bis 160 €

Das sind nur Richtwerte: Alles hängt von der Herkunft der Faser, dem Fertigungsland und der Auflagengröße ab. Zu finden sind solche Stücke im Laden, im Einzelhandel oder online; gebraucht liegen Sie bei 10 bis 30 € für ein Statement-Stück.

Quellen

  • GOTS, Global Organic Textile Standard — global-standard.org
  • ADEME, Dossiers zu Textil und Umwelt — ademe.fr
  • Fashion Revolution France — fashionrevolution.org