Die zwei Klassiker unter den Techniken sind nach wie vor Resin und die Modellage mit Gel — dazu kommen heute weitere Methoden wie Tips, Schablonen oder Semi-Permanent-Lack. Der Wunsch nach künstlichen Nägeln ist gut nachvollziehbar, gerade wenn die eigenen einfach nicht lang werden wollen, weil sie abbrechen oder sich spalten. Lange Nägel sehen schön und feminin aus, keine Frage. Trotzdem lohnt es sich, die Nachteile dieser Techniken zu kennen — und dann gleich die bessere der beiden zu wählen.

Hand mit Mandel-Nägeln im Babyboomer-Look neben einer Tasse aus Terrakotta auf terrakottfarbenem Hintergrund

Resin gehört zu den ältesten Techniken; sie war lange sehr verbreitet, wird inzwischen aber zugunsten des unter UV modellierten Gels eher seltener angewendet.

Am Anfang steht immer eine Bestandsaufnahme: Die Nageldesignerin prüft den Zustand des Naturnagels und achtet auf eine Infektion, eine Verletzung oder eine Gegenanzeige. Danach folgt, falls nötig, das Abtragen der alten Modellage, die Reinigung und die Desinfektion.

Draufsicht auf zwei Hände unter einer LED-Lampe im Studio, mit der eine Modellage ausgehärtet wird

Wie lange eine Modellage dauert, hängt stark von der Technik, der Behandlerin und der nötigen Vorbereitung ab: Der Nagel wird vorbereitet und poliert, das Resin wird aufgetragen und zunächst recht grob modelliert, dann muss es aushärten.

Ist es trocken, wird es passend zur Form des Naturnagels und zur gewünschten Länge modelliert.

Die Nachteile dieser Technik sind nicht gerade wenige.

Zum einen können das Auftragen und das Abtragen den Nagel schwächen, besonders wenn dabei grob vorgegangen wird: Der Nagel wird poliert und ausgedünnt und durch das Produkt, das vor dem Resin aufgetragen wird, zusätzlich belastet. Wie schnell der Naturnagel danach nachwächst, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Außerdem ist Resin sehr hart: Es kann beim Tragen unangenehm sein, bei kleinen Stößen auf den Nagel schmerzen, und der künstliche Nagel wirkt zu dick — wenig natürlich.

Resin verändert sich zudem unter Sonneneinstrahlung und kann vergilben; das ist alles andere als schön anzusehen.

Ablösungen oder Nagelbrüche kommen bei Resin ziemlich häufig vor. Eine Ablösung oder eine schlecht gepflegte Modellage kann — unabhängig von der Technik — einen Nagelpilz begünstigen; eine sauber ausgeführte und nachbetreute Modellage verringert dieses Risiko. Bei den kleinsten Zweifeln — Schmerzen, ein Nagel, der die Farbe verändert — fragen Sie bitte eine Ärztin oder einen Arzt.

Deshalb ist die Modellage mit UV-Gel heute weit verbreitet; auch diese Technik kann den Nagel schwächen, denn er wird mit einer künstlichen Substanz überzogen. Zudem gibt es sehr viele Gele auf dem Markt, und manche sind von sehr schlechter Qualität: Halt und Finish sind dann deutlich weniger zufriedenstellend als mit einem guten Gel — bezahlt haben Sie trotzdem dasselbe.

Im Vergleich zu Resin hat diese Technik dennoch deutliche Vorteile.

Zum einen ist Gel häufig flexibler und dünner als Resin und vergilbt weniger stark — vorausgesetzt, Sie wählen ein Gel von guter Qualität und lassen die Modellage regelmäßig nacharbeiten; bei einem Stoß oder einer schlecht ausgeführten Modellage kann es allerdings brechen oder sich ablösen.

Wenn Sie sich für künstliche Nägel entscheiden, greifen Sie also eher zu UV-Gel. Denken Sie aber daran, dass Ihre Naturnägel beansprucht werden und eine kleine Kräftigungspflege sinnvoll ist.

Bei der Pflege ist der Handgriff, der wirklich etwas verändert, verblüffend einfach: jeden Abend ein Tropfen Öl auf die Nagelhaut. Ein paar Sekunden Massage, einziehen lassen, am nächsten Tag wieder — genau die Art Routine, die man vergisst und die sich trotzdem langfristig zeigt.

Kleine Flasche aus bernsteinfarbenem Glas mit Jojobaöl für die Nagelhaut auf einem hellen Steinregal

Kosten

Die folgenden Beträge sind Richtwerte und können regional deutlich abweichen. In Deutschland kostet eine komplette Gelmodellage im Studio je nach Stadt, Bekanntheit des Salons und gewünschter Länge meist zwischen 45 und 80 €; in der Innenstadt oder in einem stark nachgefragten Studio kann die Spanne deutlich höher liegen. Das Auffüllen, in der Regel alle zwei bis drei Wochen, liegt meist zwischen 30 und 50 €, das reine Abtragen zwischen 15 und 30 € — manche Salons berechnen es nicht, wenn Sie gleich eine neue Modellage mitnehmen. Do-it-yourself-Sets sind in der Anschaffung viel günstiger, verlangen aber echte Übung, das passende Werkzeug und Geduld: für den ersten Versuch nicht die beste Idee. Und ein letzter Reflex, bevor Sie sich in den Stuhl setzen: Fragen Sie immer nach dem Preis für das Abtragen — genau diese Position wird gern vergessen und treibt die Rechnung nach oben.

Quellen

  • Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel (EUR-Lex).
  • Verbraucherzentrale — Informationen zu Nagelpilz und Nagelveränderungen.