Künstliche Bräune: Die Methoden im Überblick
In drei Wochen heiratet eine Freundin, ein Wochenende am Meer steht an, und der Himmel zeigt sich von seiner grauen Seite: Sie hätten gern einen frischen, leicht gebräunten Teint, ohne dafür an den Strand zu müssen. Hinter dem Begriff „künstliche Bräune“ verbergen sich allerdings Methoden, die wenig miteinander zu tun haben. Die einen färben die Haut, die anderen setzen sie Strahlung aus. Wie finden Sie sich zurecht, ohne das falsche Risiko einzugehen? Wir schauen uns das in Ruhe an.
UV im Solarium: der nicht verhandelbare Punkt
Beginnen wir mit dem, was man weiß – und das ist nicht verhandelbar. Künstliche UV-Strahlung wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) seit 2009 als eindeutig krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Ein gebräunter Teint ist kein Schutzschild: Die Färbung schützt nicht vor künftigen Sonnenbränden, sie kommt zu allen vorherigen UV-Expositionen hinzu. In Frankreich sind Solarien für Minderjährige verboten, ebenso die Werbung dafür; in Deutschland dürfen Minderjährige Solarien ebenfalls nicht nutzen. Wenn Sie sich dennoch für diese Option entscheiden, planen Sie ausreichend Abstand zwischen den Sitzungen und legen Sie sie nicht direkt vor eine Reise in die Sonne.
Das Argument „Ich bereite meine Haut vor“ trägt nicht: Die derzeitigen Daten deuten eher darauf hin, dass eine bereits durch UV gereizte Haut eine zusätzliche Dosis aufnimmt. Anders gesagt: Sie gewinnen nichts, Sie summieren die Belastung. Bei diesem Thema ist Vorsicht keine Haltung, sondern schlicht logisch.

Kapseln zur „Hautvorbereitung“: Vorsicht
Es ist das Versprechen mehrerer Nahrungsergänzungsmittel, die vor dem Sommer verkauft werden: eine Haut, die von selbst Farbe annimmt, ohne Sonne. Doch die französische Arzneimittelbehörde ANSM hat wiederholt vor Tabletten mit Canthaxanthin gewarnt, die teils schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen können. In Deutschland sind solche Bräunungskapseln nicht als Arzneimittel zugelassen. Formeln mit Beta-Carotin schützen nicht vor UV-Strahlung.
Kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt einen Sonnenschutz. Wenn Sie Medikamente einnehmen oder schwanger sind, sprechen Sie vor der Einnahme mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin. Solche Details klärt man nicht blind zwischen zwei Sommern.

Kein Produkt macht die Haut „sonnenresistent“. In der Praxis beruht Schutz auf einfachen Maßnahmen: Sonnencreme passend zum Hauttyp, Schatten in den heißen Stunden, bedeckende Kleidung. Und wenn sich ein Muttermal in Größe, Form oder Farbe verändert, vereinbaren Sie einen Termin bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Selbstbräuner: die zugänglichste Methode
Gel, Schaum, Lotion oder Spray: Selbstbräuner färbt die oberste Hautschicht mithilfe von DHA (Dihydroxyaceton), das mit abgestorbenen Zellen reagiert. Die Bräune entsteht innerhalb weniger Stunden und verblasst innerhalb weniger Tage, ohne UV. Hier zählt die Anwendung mehr als die Marke: Peelen Sie am Vortag, pflegen Sie Knie, Ellbogen und Knöchel – sie verraten eine nachlässige Anwendung – und verteilen Sie dann etwas Produkt in dünnen Schichten. Zwei leichte Durchgänge sind besser als eine dicke Schicht.
Bei der Formulierung setzen natürliche Varianten oft auf pflanzliches DHA, Öle und Pflanzenextrakte, in Glasflaschen oder Nachfüllpackungen. Ein Bio-Siegel garantiert vor allem Zusammensetzung und Herkunft der Inhaltsstoffe, nicht die Haltbarkeit der Bräune – die hängt von Ihrer Anwendung ab. Und eine Erinnerung, die für alle gilt: Selbstbräuner schützt nicht. Sie gehen nach draußen? Dann trotzdem Sonnencreme.

Spray-Tanning und Tanning-Dusche im Kosmetikstudio
Vor einer Hochzeit oder einer Reise sehr gefragt: Das Spray-Tanning – manchmal auch Tanning-Dusche genannt – ist eine feine Verteilung einer Bräunungslotion durch eine Kosmetikerin, die den Farbton an Ihren Hautton anpasst. Die Sitzung dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde, die Farbe zeigt sich nach einigen Stunden und hält mehrere Tage. Am Vortag bereiten Sie Ihre Haut vor: Peeling, Pflege, und am Tag selbst kein Deodorant. Das geht schnell, der Ton wird gleichmäßig, und er verschwindet allmählich – ein Peeling beschleunigt das Abtragen.
Was kostet das?
Die Preisunterschiede zwischen den Optionen sind deutlich. Selbstbräuner im Drogeriemarkt, in der Parfümerie oder Apotheke: Rechnen Sie mit etwa 8 bis 25 € pro Flasche. Dermatologische Marken aus der Apotheke liegen eher zwischen 15 und 30 €. Im Kosmetikstudio kostet Spray-Tanning etwa 25 bis 60 € pro Sitzung, in Großstädten oder gehobenen Studios auch mehr. Für das Solarium sind je nach Anbieter etwa 5 bis 15 € pro Sitzung üblich.
Diese Spannen hängen von Stadt, Viertel, Dauer, Produktlinie und Paketen ab. Am einfachsten: Fragen Sie den Preis vor der Buchung – im Studio wie online.
Quellen
- Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC/WHO) — Einstufung künstlicher UV-Strahlung, 2009.
- ANSM, französische Arzneimittelbehörde — Informationen zu Canthaxanthin.
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) — UV-Schutz.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) — Sonnenschutz und Hautkrebsprävention.
- Verbraucherzentralen — Bräunungskapseln und Sonnenschutz.





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