Es ist 7:40 Uhr an einem Dienstag. Ihre Hand taucht in die Schublade und zieht das erste Stück heraus, das ihr in die Finger fällt – das Stück, das ohne Vorwarnung über den Look des Tages entscheidet. Ein verrutschter Rückenverschluss, eine kratzende Spitze, ein ausgeleiertes Gummiband: drei Details, die von außen niemand sieht, und trotzdem läuft der Tag schief. Mal ehrlich: Von den zehn Dessous, die sich in dieser Schublade stapeln – wie viele tragen Sie davon wirklich?

Genau das ist seit über vierzig Jahren das Terrain von Princesse Tam-Tam: Dessous zum Leben, nicht nur zum Verstecken.

Zwei Schwestern und eine Wette gegen den Strom
Zurück ins Jahr 1985. Shama und Loumia Hiridjee gründen die Marke in Paris – in einer Zeit, in der französische Unterwäsche noch sehr klassisch bleibt: Weiß, Schwarz, Nude, dazwischen wenig. Die beiden wählen das genaue Gegenteil: Farbe, Prints und augenzwinkernde Modellnamen wie Pudding, Cocotte oder Jalousie. Am Prinzip hat sich seither nichts geändert: Es geht um Feinheit. Loumia Hiridjee starb bei den Anschlägen von Mumbai im November 2008.


Der Schnitt macht den Look
Ein Triangle-BH aus weicher Spitze legt sich auf die Brust, ohne sie einzudrücken – makellos unter einem V-Ausschnitt oder einer offenen Hemdbluse. Der Vollkörbchen-BH dagegen formt und zeichnet die Brust unter dem Blazer. Das eigentliche Kriterium ist, was Sie darüber tragen – nicht, was im Schaufenster glänzt.

Der Fall zählt genauso viel wie das Muster, und genau dort entscheidet sich oft der Unterschied. Feine Spitze gleitet unter einem T-Shirt; dichtere Ware zeichnet sich ab. Bei den Unterteilen streckt ein High-Waist-Shorty das Bein unter einem Kleid, ein Slip mit hohem Beinausschnitt bleibt unauffällig. Und in der Praxis misst dieselbe Größe bei jeder Marke anders: Messen Sie vor dem Kauf Ihren Unterbrustumfang und Ihren Brustumfang.

Und Wäsche hat ihre Schublade längst verlassen. Ein Spitzen-Top, das unter einer offenen Bluse hervorschaut, ein Body unter einer Jacke – schon entsteht Layering, fast ohne Aufwand. Ein Spitzenstück, das unter dem Blazer aufblitzt, übernimmt die Rolle des Statement-Pieces – dazu eine feine Kette, nie ein ohnehin schon voller Ausschnitt.

Erst das Etikett lesen, dann verlieben
Gleich vorweg: Diese Stücke habe ich nicht selbst getestet. Ich stütze mich auf die Materialzusammensetzungen und die Produktbeschreibungen. Zwei Labels lohnen den zweiten Blick:


- Oeko-Tex Standard 100: prüft das fertige Produkt auf regulierte Schadstoffe. Über die Herkunft der Faser sagt das Label dagegen nichts aus.
- GOTS: schreibt einen Anteil biologischer Fasern vor und regelt die Verarbeitung – mit ökologischen und sozialen Kriterien.
Ein Wort wie „natürlich“ ohne Label dahinter beweist gar nichts. Am Ende der Nutzung nimmt die französische Textilsammelorganisation Refashion gebrauchte Stücke an, doch die Vorgaben unterscheiden sich von Annahmestelle zu Annahmestelle: Fragen Sie nach, bevor Sie etwas abgeben. In Deutschland gelten dabei die Regeln der jeweiligen lokalen Sammlung.

Der Schubladen-Test
Vier Stücke reichen für die Woche: ein nahtloser Slip für Jeans-Tage, ein Spitzen-BH für Termine, ein Baumwoll-BH fürs Wochenende, ein High-Waist-Shorty für fließende Kleider. Was sechs Monate lang nicht aus der Schublade kommt, passt meistens einfach nicht: geben Sie es weiter oder recyceln Sie es, statt es aus schlechtem Gewissen zu behalten.
Der wichtigste Handgriff: bei 30 °C waschen, im Wäschenetz, ohne Trockner. So hält das Elasthan besser und die Spitze behält ihren Fall.


Budget
In Frankreich, dem Heimatmarkt der Marke, liegen die Preise in diesem Segment ungefähr bei:
- BH: 30 bis 65 €
- Slip oder Shorty: 15 bis 30 €
- Set: 50 bis 100 €
- Loungewear (Top, Shorts, Cardigan): 40 bis 90 €
Was die Rechnung verändert: das Material, der Aufwand bei der Spitze, eine eventuelle Zertifizierung und eine Produktion in Europa oder Frankreich. Rabattaktionen im Januar und im Juni/Juli, der Online-Outlet und Secondhand drücken den Preis; extreme Größen und Körbchen sind oft schnell weg, also lohnt es sich, früh zu schauen. Die Marke gibt es in eigenen Boutiquen, im Onlineshop, in Kaufhäusern und bei einzelnen Multibrand-Händlern – ob und wo in Ihrer Stadt, prüfen Sie am besten direkt beim Anbieter.
Quellen
- Princesse Tam-Tam, offizielle Website: princessetamtam.com
- Oeko-Tex, Standard 100: oeko-tex.com
- Global Organic Textile Standard: global-standard.org
- Refashion, französische Organisation für Textilsammlung und -recycling: refashion.fr





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