Viele von uns tun längst, was zur Routine gehört: Shampoo und Conditioner, um das Haar vor den Strapazen zu schützen und zu reparieren, die wir ihm zumuten. Ob schwer kontrollierbare Faktoren (UV-Strahlung, Umweltverschmutzung, Müdigkeit, Stress …) oder unsere eigenen, schlecht zu rechtfertigenden Kapriolen (Färben, Blondieren, Glätten & Co.) – unser Haar macht einiges mit und lässt uns das spüren: trockene Spitzen, raue, brüchige Textur, kaum zu bändigen. Es lässt uns für unsere Experimente zahlen. Und für die pflegende Wohlfühl-Routine, die das alles wieder ausgleicht, ist die Haar-Tagescreme eine richtig schöne Erfindung!

Die Anwendung ist denkbar einfach: Sie tragen sie wie eine Gesichtscreme morgens vor dem Styling auf, nur in Längen und Spitzen. Sie spendet Feuchtigkeit, repariert, schützt und erleichtert das Styling, duftet dabei leicht – das i-Tüpfelchen. Wie oft? Je nach Bedarf: jeden Morgen oder jeden zweiten Tag.

Genau dann greife ich zur Haar-Tagescreme. Keine Sonntagsmaske, kein schweres Öl: eine leichte Emulsion, die nicht ausgespült wird und die Sie direkt vor dem Styling auftragen.

Haar-Tagescremes für trockenes und brüchiges Haar

Achten Sie gerade hier auf die Begriffe. Das ist keine Gesichtscreme: Die Rezeptur für Haarpflege ist reichhaltiger, stärker filmbildend und darauf ausgelegt, stundenlang in der Faser zu bleiben. Eine Gesichtscreme lässt Ihr Haar bestenfalls glänzen, schlimmstenfalls verkleben.

Drei Haar-Tagescremes nebeneinander auf einem hellen Holzbrett
Das Morgenritual: Leave-in-Tagescremes für die Haarstruktur

Hier kommen also fünf Leave-in-Pflegeprodukte, davon vier Cremes und ein Serum – genug, um müde Mähnen zu verwöhnen!

Phyto 9 Crème de jour nutrition extrême

Die Marke Phyto hat sich bewährt und viele Fans: Sie ist auf Haarpflege spezialisiert und bietet zahlreiche Produkte mit pflanzlichen Wirkstoffen – auch wenn sie leider nicht ganz ohne einige chemische Substanzen auskommen.

Die Phyto-9-Creme gehört zu diesen Top-Produkten: nährend und schützend. Sie umhüllt das Haar, wirkt wie eine Pflege, spendet Glanz und macht es geschmeidig – eine wahre Freude für trockenes und geschwächtes Haar. Sie kann auf feuchtem oder trockenem Haar aufgetragen werden, nach dem Conditioner oder nach dem Föhnen. Eine kleine haselnussgroße Menge reicht; zwischen den Händen anwärmen und ins Haar einarbeiten.

Bei Locken kneten Sie sie ein; bei glattem Haar streichen Sie sie glatt. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten: weicher, glänzender, schöner und durch Macadamiaöl und Pflanzenextrakte tiefenwirksam genährt. Sie können sie täglich beim Styling nachlegen; die Creme beschwert nicht und macht nicht fettig – ein sehr gutes Produkt!

Der Schwachpunkt? Ein hoher Preis für eine kleine Menge …

Crème Glossing Frederic Fekkai

Ein absoluter Favorit: dieses Produkt von Frederic Fekkai, einem weiteren Haar-Spezialisten, der hier eine glanzgebende und feuchtigkeitsspendende Creme für alle Haartypen entwickelt hat.

Eine Frau erwärmt eine Glanz-Haarcreme zwischen den Handflächen vor ihrem Frisiertisch
Die Glossing-Creme wird zwischen den Handflächen erwärmt, bevor die Längen geglättet werden

Formuliert unter anderem mit Olivenöl, lässt sie sich auf feuchtem oder trockenem Haar anwenden, spendet Feuchtigkeit, verleiht Glanz und glättet Frizz. Schon der sanfte Duft, der im Haar bleibt, und die etwas dickere Textur begeistern – sie erfüllt überraschend gut ihren Job, ohne das Haar zu beschweren oder fettig zu machen.

Achtung: Auch hier reicht eine kleine haselnussgroße Menge, zwischen den Händen anwärmen, nur in Längen und Spitzen auftragen und dann durchbürsten.

Die Crème Glossing eignet sich für glattes, gewelltes und lockiges Haar, erleichtert das Styling und schützt das Haar im Alltag – eine echte Wohlfühlpflege! Vorsicht: Wer sie einmal probiert, bleibt dabei!

Carthame, crème de jour hydratante sans rinçage René Furterer

Eine weitere Tagespflege mit vielen Fans: Die bekannte Carthame von René Furterer hilft trockenem, brüchigem Haar, das sich nur widerwillig stylen lässt.

Ein Tübchen Carthame-Tagescreme neben einem Fläschchen Pflanzenöl
Die Carthame-Creme und ihr Pflanzenöl, auf die Längen aufgetragen

Gleiches Prinzip wie bei den vorherigen: wie eine Tagescreme auf feuchtem oder trockenem Haar anwenden, so oft wie nötig. Formuliert unter anderem mit Safloröl (Carthame), ist ihre Textur flüssiger als die der bisherigen Produkte. Sie wird in Längen und Spitzen gegeben (nicht auf die Kopfhaut), macht das Haar geschmeidig und schöner, ohne zu beschweren oder zu fetten. Der Geruch ist etwas eigen – entweder man mag ihn oder nicht –, aber das Ergebnis stimmt: Bei regelmäßiger Anwendung, zum Beispiel morgens vor dem Styling, kräftigt sie das Haar, macht es geschmeidiger – eine wahre Freude.

Crème de soin nutrition intense sans rinçage, Garnier Ultra Doux

Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für diese Garnier-Creme mit Avocadoöl und Sheabutter. Der Conditioner der Linie hat die Massen schon begeistert, umso mehr wurde von dieser Feuchtigkeitscreme erwartet. In Deutschland ist die Linie als Garnier Wahre Schätze erhältlich.

Also: derselbe recht angenehme, wenn auch etwas chemische Duft wie beim Conditioner; die Textur ist ziemlich reichhaltig, lässt sich aber leicht verteilen, wenn Sie das Haar gut durchmassieren – also nicht husch, husch auftragen.

Wieder gilt: auf feuchtem oder trockenem Haar, ganz wie Sie möchten.

Das Ergebnis? Das Haar wirkt merklich schöner und glänzender, ist außerdem weicher und leichter zu stylen – insgesamt also ein wirksames Produkt zu kleinem Preis.

Zu beachten ist allerdings: Die cremige Textur kann für sehr feines Haar zu reichhaltig sein und es beschweren; bei lockigem Haar dagegen ist sie besonders stark, hilft, die Locken neu zu definieren und unerwünschten Frizz zu beseitigen.

Ein Produkt, das besonders für lockiges Haar zu empfehlen ist; für alle anderen gilt: sparsam dosieren und gut von den Längen bis in die Spitzen verteilen, dabei die Kopfhaut aussparen.

Sérum Nutri-sculpt Kérastase

Zum Schluss ein ziemlich mächtiges Serum, das sich besonders für langes Haar empfiehlt. Einen Pumpstoß in die Hand, anwärmen und in Längen und Spitzen einarbeiten – das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten: Das Haar ist weich, geglättet, glänzend und duftet gut – eine wahre Freude!

Die Textur lässt sich sehr angenehm auftragen und schützt das Haar, indem sie die Haarfaser umhüllt: Es fettet nicht, beschwert nicht und zieht schnell ein; selbst die Spitzen wirken merklich schöner – unbedingt ausprobieren!

Doch beim Preis verzeiht es nichts – wobei wir betonen: Ein Pumpstoß reicht für die gesamte Haarmenge, die Flasche hält … ein bisschen.

Ein nützlicher Hinweis für alle, die nicht zu viele Schichten auftragen möchten: Bei täglicher Pflege sammeln sich Silikone und Fette an. Wenn Ihre Längen nach einigen Wochen stumpf werden, machen Sie ein klärendes Shampoo. Und keine Sorge wegen Cetearyl Alcohol: Es ist ein emollierender Fettalkohol, hat nichts mit dem austrocknenden Alkohol in Lotionen zu tun.

Für eine natürlichere Alternative gibt es in der Apotheke oder im Reformhaus ein Bio-Saflor- oder Macadamiaöl (z. B. mit dem französischen Bio-Label AB) gemischt mit einer neutralen Basis – das ergibt eine sehr ordentliche Creme für ein paar Euro. Die Zusammensetzung kontrollieren Sie selbst, nicht aber die Stabilität der Mischung: Bereiten Sie kleine Mengen zu.

Lenas Urteil: Starten Sie mit einer kleinen Größe in der Apotheke oder im Reformhaus, notieren Sie, was Ihre Haarstruktur annimmt, und kaufen Sie die große Flasche erst nach drei Wochen.

Budget

Rechnen Sie mit etwa 5 bis 10 € für eine Drogeriecreme wie Garnier Ultra Doux, 15 bis 25 € für Phyto 9 oder Carthame von René Furterer und 30 bis 45 € für das Kérastase Serum. Das Format macht den Unterschied: Der Preis pro Milliliter steigt bei kleinen Tuben schnell, und eine 30-ml-Flasche kann teurer sein als eine 200-ml-Packung mit vergleichbarer Wirkung. Inhalt, Wirkstoffkonzentration, eine Bio-Kosmetik-Zertifizierung (Cosmébio, COSMOS Organic) oder eine Ecocert-Zertifizierung und der Vertriebsweg (Drogerie, Apotheke, Salon) erklären den Rest. Günstige Alternative: ein Bio-Pflanzenöl – Saflor, Macadamia oder Avocado – mit einer neutralen Basis gemischt, für ein paar Euro im Reformhaus.