Make-up und Kleidung: So finden Sie Ihre Farben

Kennen Sie das? Sie stehen morgens vor dem Kleiderschrank und fragen sich, warum der Pullover, der am Bügel noch so gut aussah, Ihrem Gesicht plötzlich einen Reste-von-gestern-Look verpasst? Oder umgekehrt: ein etwas verblichenes Halstuch, achtlos umgebunden — und auf einmal wirkt Ihr Gesicht erholt, die Augen funkeln, und jemand fragt, ob Sie gerade aus dem Urlaub zurück sind. Dahinter steckt kein Rätsel, keine Sorge. Manche Farben lassen uns strahlen, bringen die Augenfarbe zur Geltung und lassen den Teint frisch wirken; andere machen uns grau und lassen die Haut fahl und grünlich erscheinen. Kurz gesagt: Farben sind längst nicht alle unsere Freunde.

Stilberaterinnen, Image-Coaches und andere Expertinnen für das äußere Erscheinungsbild haben Profile erarbeitet — nach Haarfarbe, Augenfarbe und Teint — und jedem eine Jahreszeit zugeordnet, teils sogar einen Charakter. Seine „Freundschaftsfarben" und seine „Feindfarben" zu kennen, ist ein echter Vorteil, gerade heute, wo das Äußere beim ersten Eindruck schwer wiegt. Wir wollen damit nicht sagen, der Look müsse immer durchkalkuliert sein — ganz im Gegenteil. Aber bei manchen Gelegenheiten darf man ruhig alle Trümpfe ausspielen! Ein kleiner Überblick über die Profile (die äußerlichen, versteht sich) und ihre wohltuenden Farben — für Make-up und Kleidung.

Frühlingsfrauen — die Glückspilze

Sie zeigen mittelbraunes, leicht gold- bis honigfarbenes Haar, eine eher helle Haut und blaue, grüne oder haselnussbraune Augen. Stellen Sie sich helles Goldbraun, helle Haut, haselnussbraune Augen vor: das ist das typische Porträt der Frühlingsfrau. Gehören Sie dazu? Dann dürfen Sie sich freuen — Sie gehören zu denen, die sich so manche Extravaganz erlauben können!

Beim Kleiderschrank sind Ihnen viele Farben erlaubt: Himmelblau lässt Sie strahlen, egal welche Augenfarbe Sie haben, Beige und Elfenbein und alle Brauntöne stehen Ihnen hervorragend, Gold bringt Ihre Augenfarbe zur Geltung — dazu Grau, Orange, Grün und noch vieles mehr. Finger weg dagegen von Schwarz, das den Teint stumpf macht, und von zu dunklen Tönen, allen voran Marineblau und Bordeaux. Auch Weiß will mit Vorsicht gewählt sein: Greifen Sie lieber zu Creme oder Elfenbein.

Beim Make-up dürfen Sie in die warmen Töne greifen: Gold, Braun, Mokka, Kaffee und Co. sowie alle Beige- bis Rosétöne. Probieren Sie auch einen braunen Kajal am Lidrand — er bringt Ihre Augenfarbe zur Geltung und lässt den Teint leuchten.

Sommerfrauen — alles sanft

Blondes Haar, sehr heller Teint und ebenso helle Augen, himmelblau oder sehr helles Haselnussbraun. Babyblond, helle Haut, Augen in Himmelsfarbe: das ist das typische Porträt der Sommerfrau.

Junge Frau mit goldbraunem Haar und heller Haut in camel-farbenem Strick bei warmem Licht

Für Sie sind Weiß, Schwarz, Gelb (am besten in Ihrem Haarton), Grau, Himbeere, Mauve, Beige, Blau und ganz besonders Marineblau ideal — Marineblau lässt Ihre hellen Augen und blonden Haare leuchten. Meiden sollten Sie dagegen Orange und Grün in allen Varianten.

Junge Frau mit aschblondem Haar und tiefem Nackenknoten, perlgraue Bluse und marineblaue Strickjacke über den Schultern

Beim Make-up setzen Sie auf die kalten Farben: Mitternachtsblau, Schwarz, Braun; Beige kann für ein leichtes Make-up hübsch sein — vorausgesetzt, Sie geben mit etwas Mascara auf den Wimpern ein bisschen Charakter dazu. Zu vermeiden sind zu helle oder grelle Farben, die Ihren Teint blass wirken lassen: Türkis, Hellgrün, Orange, Hellrosa.

Herbstfrauen — warm und feurig

Sie tragen eine warme, ja feurige Mähne zur Schau — von Auburn bis Rot — und dazu schöne warme Augen, von Dunkelbraun über Haselnuss bis zu einem recht hellen Grün. Rotes bis venezianisch blondes Haar, eine durchscheinende Haut, helle Augen: So erkennen Sie eine Herbstfrau auf den ersten Blick. Meist haben sie eine sehr helle Haut, manchmal mit Sommersprossen übersät.

Nahaufnahme eines Bronze- und Terrakotta-Make-ups auf heller, sommersprossiger Haut

Für sie kommen alle Farben der Jahreszeit infrage: Rot, Ocker, Braun- und Karamelltöne, Koralle, Beige in jeder Spielart, helles Blau und Khakigrün. Und Leder steht Ihnen ganz besonders, in seiner ganzen Bandbreite an Tönen, ebenso Smaragd, Türkis und Jade. Finger weg dagegen von Schwarz, das das Gesicht verdunkelt, und von Rosa, das Ihnen überhaupt nicht schmeichelt.

Beim Make-up wie bei der Kleidung: Bevorzugen Sie warme Töne, aber mischen Sie nicht zu viele Farben. Variieren Sie zwischen den verschiedenen Braun- und Beigetönen, und wenn Ihnen danach ist, wagen Sie einen Hauch Khaki oder Gold — das lässt Sie leuchten!

Winterfrauen — dunkel und leuchtend

Sie reichen vom blassen Elfenbein- oder Roséteint bis zum matten Teint, mit meist dunklem Haar: Dunkelbraun bis Braun, ja tiefschwarz, mit Salz-und-Pfeffer dazwischen. Auch die Augen sind eher dunkel: Braun, Mitternachtsblau, Blau/Grau oder Blau/Grün. Ein matter Teint mit haselnussbraunen Augen oder umgekehrt ein heller Teint mit blauen Augen und dunklem Haar: Beide Profile treffen sich häufig bei Winterfrauen.

Stofffächer in warmen bis kalten Tönen, weißes Referenztuch und kleiner Spiegel auf einem Eichentisch

Gehören Sie zu ihnen? Dann dürfen Sie bei Ihren Kleidern aus allen möglichen Farben wählen, ob leuchtend oder dunkel: Schwarz, Grau, Marineblau, aber auch Weiß; Rosa lässt Sie leuchten, Rot steht Ihnen ganz besonders, und selbst Orange steht Ihnen — solange es nicht zu grell ist. Was Sie meiden sollten? Hm, nicht viel! Olivgrün kann bei manchen matt wirken, bei anderen wiederum stehen, und Gelb ist nicht Ihr bester Freund, obwohl Sie es durchaus wagen können.

Beim Make-up gilt: kalte Töne nach Lust und Laune! Schwarz, Grau, Blau, Silber, dazu ein paar Akzente in Braun und Gold. Zu vermeiden: Pastellfarben für hellere Teints und der Regenbogen-Look!

Der Fenster-Test — ohne einen Cent auszugeben: Abschminken, Haare zusammenbinden und sich bei Tageslicht vor ein Fenster setzen — nie unter die Deckenlampe, gelbes Licht verfälscht alles. Legen Sie nacheinander ein schwarzes, ein weißes, ein beiges und ein marineblaues Kleidungsstück unter Ihr Gesicht. Achten Sie darauf, was die Augenringe verschwinden lässt und den Teint belebt — und was ihn gräulich macht. Wiederholen Sie den Test nach ein paar Tagen, bevor Sie sich festlegen, und verlassen Sie sich vor allem auf Ihren Eindruck, nicht auf die Theorie.

Budget

Wenn Sie das Thema mit einem Profi vertiefen möchten, rechnen Sie mit rund 100 bis 250 € für einen individuellen Farbberatungstermin bei einem Image-Coach — eine bis zwei Stunden Gespräch, je nach Anbieter mit schriftlicher Zusammenfassung oder persönlicher Farbpalette, in Großstädten entsprechend mehr. Gruppen-Workshops von zwei bis drei Stunden, wie sie Relooking-Schulen oder Boutiquen anbieten, liegen eher bei 30 bis 80 €. Der Preis hängt von der Methode ab — Stofffächer unter dem Gesicht, gedruckte Farbpalette, manchmal Fotoanalyse —, von der Dauer und davon, ob Sie mit einer brauchbaren Unterlage fürs Shoppen nach Hause gehen.

Gute Nachricht, wenn Sie nichts ausgeben möchten: Ein selbst gemachtes Drapieren mit Ihren eigenen Kleidern vor dem Fenster, bei Tageslicht, gibt schon eine sehr gute Orientierung. Klären Sie vor der Buchung: den genauen Leistungsumfang und ob ein Termin bei natürlichem Licht möglich ist. Und behalten Sie im Kopf, dass keine Farbtabelle eine Diagnose ist — es sind praktische Anhaltspunkte, keine absoluten Regeln, und nichts verpflichtet Sie, auf eine Farbe zu verzichten, die Sie lieben.

Jetzt sind Sie gewappnet: Bestimmen Sie Ihr Profil und wählen Sie Ihre Farben — wer hat gesagt, dass es kompliziert ist, sich ins rechte Licht zu rücken?!

Quellen

  • Carole Jackson — Color Me Beautiful, 1980: das Buch, das die Vier-Jahreszeiten-Methode populär gemacht hat und die Grundlage für die meisten heutigen Farbberatungs-Tipps bildet.